Kündigung Mann verliert nach Mitnahme von Umzugskartons seine Arbeit

Noch ein Arbeitnehmer, der wegen eines vermeintlichen Bagatelldelikts seinen Job los ist: Die Firma hatte dem Mann gekündigt, weil er gebrauchte Umzugskartons mitgenommen hatte. Der Richter gab dem Arbeitgeber recht: Der Wert des gestohlenen Gegenstands sei nicht entscheidend.


Villingen-Schwellingen - Erst eine Frikadelle, dann Maultaschen und jetzt gebrauchte Umzugskartons: Schon wieder verliert ein Mann seinen Arbeitsplatz, obwohl er nur ein vermeintliches Bagatelldelikt begangen hat. Dem 50-Jährigen war gekündigt worden, nachdem er mehrere gebrauchte Kartons seines Unternehmens aus dem baden-württembergischen Trossingen für den Umzug seiner Tochter mit nach Hause genommen hatte.

In einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht Villingen-Schwenningen einigten sich beide Parteien nach Angaben des Südwestrundfunks (SWR) darauf, die Kündigung gegen eine Abfindung von 6.000 Euro aufrechtzuerhalten. Der Arbeitnehmer war nach 27 Jahren im Betrieb von einer Überwachungskamera gefilmt worden, als er die Kartons einpackte. Die Firma sah dies als Diebstahl an und kündigte dem Mann fristlos. Dagegen zog der Mitarbeiter vors Arbeitsgericht. Er habe geglaubt, die Kartons würden nicht mehr gebraucht, sagte er nach SWR-Angaben.

Erst in der vergangenen Woche hatte ein Gericht in Radolfzell am Bodensee entschieden, dass die Mitarbeiterin eines Seniorenheims nach dem Diebstahl mehrerer Maultaschen zu Recht entlassen wurde. Nach den Richtern in Radolfzell betonte auch der Vorsitzende der Kammer in Villingen-Schwenningen, der Wert eines gestohlenen Gegenstandes spiele keine Rolle für eine Kündigung. Entscheidend sei der entstandene Vertrauensbruch.

böl/dpa-AFX

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Tom Berger 07.10.2009
1.
Zitat von sysopEine Sekretärin hat eine Frikadelle vom Chef-Büfett gegessen und wurde daraufhin gefeuert. Hat der Arbeitgeber angemessen reagiert? Oder ist der Fall ein Symbol für die Unternehmenskultur in Deutschland?
Ja, natürlich ist das ein Symbol für die soziale Kälte, die sich in Deutschland breit macht. Im konkreten Fall empfehle ich, den Chef zu feuern, zur vollständigen Übernahme aller Anwalts- und Gerichtskosten zu verdonnern, die in dieser Sache entstanden sind, und noch 100.000 € Schadensersatz für die Schädigung des Rufs der Sekretärin von ihm zu fordern und 1.000.000 € Schadensersatz für den durch ihn beschädigten Ruf des Unternehmens. Und damit keiner auf falsche Ideen kommt: ich bin selbst Unternehmer, und wenn da mal vom Büfett für einen Kundenempfang ein paar Schnittchen oder Kekse übrig geblieben sind, dann stehen die völlig selbstverständlich und unkompliziert jedem Mitarbeiter zur Verfügung, der Appetit darauf hat. Das kenne ich auch nicht anders, wenn ich selbst als Gast auf irgend welchen Empfängen bei anderen Firmen bin, und mit Firmen, die ihre Mitarbeiter deshalb feuern oder verklagen, will ich nix zu tun haben.
meslier 07.10.2009
2.
Zitat von sysopEine Sekretärin hat eine Frikadelle vom Chef-Büfett gegessen und wurde daraufhin gefeuert. Hat der Arbeitgeber angemessen reagiert? Oder ist der Fall ein Symbol für die Unternehmenskultur in Deutschland?
Mit einer Frikadelle fängt es an...
Knütterer, 07.10.2009
3. Fragt sich...
.... wie oft sich der Chef in den vergangenen Jahren an den Snacks auf dem Schreibtisch der Dame bedient hat? Von anderen "Bedienungen" mal ganz zu schweigen!
Ephemeris 07.10.2009
4. hoffentlich
ach was warn das noch für Zeiten als ein Arbeitgeber Angst vor einem RAF anschlag hatte wenn er so etwas äußerte...
lmike, 07.10.2009
5. sucht der Bauernverband nach den Gammelfleischskandalen
vielleicht FRISCHFLEISCH? kopfschüttel Vertrauensverhältnis wegen einem Brötchen mit Frikadelle gestört Mann: wer zu spät zum Büfett kommt muß sehen was übrig bleibt
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