Kuriose Order Peking verbietet Werbung für Luxusgüter

Das Ziel ist, die Bevölkerung ruhig zu halten: Die Behörden in Peking verbieten Unternehmen für Luxusartikel zu werben. Innerhalb von drei Wochen sollen entsprechende Plakate aus der chinesischen Hauptstadt verschwinden.
Einkaufsstraße in Peking: Wörter wie "königlich", "Luxus" oder "hochwertig" auf dem Index

Einkaufsstraße in Peking: Wörter wie "königlich", "Luxus" oder "hochwertig" auf dem Index

Foto: FREDERIC J. BROWN/ AFP

Peking - Drakonisches Werbeverbot in Peking: Unternehmen dürfen in der chinesischen Hauptstadt künftig keine Luxusgüter mehr auf Plakaten anpreisen. Wörter wie "königlich", "Luxus" oder "hochwertig", die häufig in Werbungen für Häuser, Autos oder Weine verwendet würden, seien untersagt, berichtete die "China Daily". Die Zeitung beruft sich auf eine Anordnung der Behörden.

Die Industrie- und Handelskammer der Hauptstadt hatte Firmen demnach in der vergangenen Woche eine Frist bis Mitte April gesetzt, entsprechende Luxuswerbungen sowie Reklamen für "ausländische Kult"-Produkte zu beseitigen. Dem Bericht zufolge drohen im Fall der Missachtung des Verbots Strafen von bis zu 30.000 Yuan (etwa 3300 Euro).

Auch in der südwestchinesischen Metropole Chongqing hatten die Behörden vergangene Woche ein ähnliches Verbot erlassen: Sie untersagten in Immobilienwerbungen Wörter wie "bestes", "einzigartig" oder "unersetzlich".

Ziel der Verbote ist es offenbar, die größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich nicht weiter zu vertiefen. China ist bemüht, Kritik an der sich ausweitenden Einkommenskluft zu beruhigen. Die hohe Inflation traf vor allem die hundert Millionen einkommensschwachen Bauern und Industriearbeiter. Ministerpräsident Wen Jiabao hatte erklärt, die "Überwindung der ungerechten Einkommensverteilung" sei ein wichtiges Ziel des neuen Fünfjahresplans.

cte/AFP
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