Landtagswahlen im Osten BDI-Präsident warnt vor Erfolg der AfD

Die AfD kann bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen auf hohe Zuwächse hoffen. BDI-Chef Dieter Kempf sieht dadurch Gefahren für die Wirtschaft und warnt: "Erfolge der AfD schaden dem Image unseres Landes."

AfD-Plakat in Brandenburg: "Es drohen Abschwung und Strukturschwäche"
Sean Gallup / Getty Images

AfD-Plakat in Brandenburg: "Es drohen Abschwung und Strukturschwäche"


In gut zwei Wochen werden in Brandenburg und Sachsen neue Landesregierungen gewählt. Die AfD hat in Brandenburg laut einer aktuellen Umfrage gute Chancen, stärkste Kraft im Landtag zu werden. In Sachsen kommt sie in Umfragen auf Platz zwei.

Der Spitzenverband der deutschen Industrie warnt im Falle eines guten Abschneidens der AfD vor negativen Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Erfolge der AfD schaden dem Image unseres Landes", sagte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" mit Blick auf anstehende Landtagswahlen in Ostdeutschland. Die Attraktivität eines Standorts leide "unter extremistischen Parteien", sagte Kempf weiter. "Es drohen Abschwung und Strukturschwäche."

Gerade im Ringen um dringend benötigte Fachkräfte aus aller Welt müssten Standorte "attraktiv und einladend sein", mahnte der Verbandspräsident. "Ausländerfeindlichkeit und Nationalismus passen nicht zu einer international erfolgreichen deutschen Wirtschaft."

BDI-Präsident Dieter Kempf: "Dieses Verhalten löst keine Probleme"
Fabrizio Bensch / REUTERS

BDI-Präsident Dieter Kempf: "Dieses Verhalten löst keine Probleme"

Die AfD mache sich die Stimmungslage in Ostdeutschland geschickt zunutze, kritisierte Kempf. Sie spiele "unzufriedene Bürger gegen sozial schwächere wie etwa Flüchtlinge aus", sagte der BDI-Chef. "Ich finde dieses Verhalten sehr bedenklich, zumal es keine Probleme löst."

Am 1. September werden in Brandenburg und Sachsen je neue Landtage gewählt. Thüringen folgt am 27. Oktober.

Mit Blick auf Ostdeutschland räumte Kempf ein, "dass es regional erhebliche Unterschiede gibt und dass der wirtschaftliche Aufholprozess nicht mehr so stark vorankommt, wie wir uns das alle wünschen". Der Aufbau Ost sei aber nicht gescheitert.

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Kempf ist nicht der erste hochrangige Industrievertreter, der sich öffentlich gegen die AfD stellt. Unter anderem hatte sich Siemens-Chef Joe Kaeser bereits deutlich gegen die Partei positioniert.

In der deutschen Wirtschaft wächst derzeit die Sorge vor einem Abschwung. Zwischen April und Juni ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent gefallen. Falls die Wirtschaftsleistung auch im nächsten Quartal schrumpft, steckt Deutschland offiziell in einer Rezession.

Stimmenfang #108 - Landtagswahlen im Osten: Worum geht es, was steht auf dem Spiel?

mmq/dpa

insgesamt 164 Beiträge
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claus7447 15.08.2019
1. Der Schaden ist doch schon da!
Der Makel der Fremdenfeindlichkeit liegt doch schon seit Hoyerswerda über dem Land. Jedes Jahr wurde noch eine Schippe draufgelegt. Für mich ist der Osten seit 2010 noch Go Area.
Actionscript 15.08.2019
2. Um die AFD zu begrenzen,...
...müssen sich die Regierungen um die Landbevölkerung kümmern. Wie war das noch, in DDR Zeiten gab es Geschäfte und eine Schule und öffentliche Verkehrsmittel, aber jetzt nur viele sterbende Orte, die noch nicht einmal Mobilfunk haben. Da haben die Regierungen jahrelang geschlafen. Auch um ländliche Regionen muss man sich kümmern. Doch die Regierungsvertreter waren und sind unfähig, langfristige Pläne in allen Regionen zu machen. Und gerade ländliche Regionen sind anfällig für die AFD aus obigen Gründen.
hausi_gdr 15.08.2019
3. Die Erkenntnis das es unzufriedene Bürger in Ostdeutschland gibt...
ah jetzt kommt sie. Nun da wir ja seit zig Jahren wiedervereint sind, es Unzufriedenheit wohl auch in den alten Bundensländern gibt, kann das ja nicht der Kern des Pudels sein. Die neuen Bundesländer haben Angst ein 2. mal nach 1990 abgehängt zu werden, dieser Unmut und Unzufriedenheit wird ein wesentlicher Grund sein. Oder wie erklären Sie es das Tarifgebiet Ost & West ? Mit deutscher Einheit ? Das ich nicht lache. Das alles ist die Saat die jetzt keimt, suchen Sie nicht immer die Schuld bei denen die sagen was Sache ist, sondern bei denen die die Suppe gekocht haben. Extemisten gleich welcher Seite entstehen nicht von Mittwoch auf Sonntag, das ist jahrzehntelange Fehlinterpretation. Gebranntes Kind scheut Feuer, das gilt auch für die Wähler die die Wende miterlebt haben, oder vielmehr die tolle blühende Zeit danach. Energiewende, da steht auch wieder das Wort drin mit dem du hier keine Begeisterung mehr weckst.
maxmarius 15.08.2019
4. Das sehen einige als Bestätigung
Wenn sich Konzernchefs gegen die AfD wenden sehen einige Ostdeutsche dies als Bestätigung ihres Weltbildes und der AfD. Wirklich beschäftigt mit dem Programm(?) der AfD hat sich keiner. Sie gehen nebulös davon aus, dass die AfD möchte, dass es ihnen besser geht, die Ausländer werden hereingeholt um billigere Arbeitskräfte zu haben und der Klimawandel wurde erfunden um ihr weniges Geld noch schneller an die Eliten zu transferieren. Demzufolge heißt das, wenn "die da Oben" solche Angst vor einer Regierung der AfD haben muss diese alles richtig machen und man sollte sie wählen.
saarpirat 15.08.2019
5.
Vom BDI kommen ja sehr oft sehr seltsame Aussagen, aber diese Warnung ist ganz bestimmt nicht unberechtigt.
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