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17. August 2018, 12:00 Uhr

Ernteausfälle

Finanzministerium weist Milliardenforderung der Bauern zurück

Deutsche Bauern klagen, dass im Jahrhundertsommer große Teile ihrer Ernte vertrocknet sind. Mit viel staatlicher Hilfe sollten sie nach SPIEGEL-Informationen trotzdem besser nicht rechnen.

Die deutschen Bauern sollten nicht darauf hoffen, dass der Staat sie für die in diesem Jahr zu erwartenden Ernteausfälle komplett entschädigt. Da die Ernte infolge der Dürre so schwach ausfiel, würden im Gegenzug die Preise für landwirtschaftliche Produkte steigen, sodass der Markt einen Teil der Verluste kompensieren werde, heißt es im Bundesfinanzministerium von Olaf Scholz (SPD) zur Begründung.

Keinesfalls würden die staatlichen Hilfen die Größenordnung von mehr als einer Milliarde Euro erreichen, wie sie Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied fordert. "Wir werden weit unter dieser Summe bleiben", sagt ein BMF-Experte voraus. Die Bundesregierung werde sich an der Größenordnung orientieren, die 2003 bei der letzten Stützungsaktion des Staates wegen Dürreschäden für die Landwirtschaft ausgezahlt wurde.

Damals waren es 72 Millionen Euro, die Bund und Länder zu gleichen Teilen bereitstellten. Eine genaue Summe für die neuen Hilfen kann erst berechnet werden, wenn die Erntebilanz feststeht. In der nächsten Woche soll sie vorgelegt werden.

Vergangenen Mittwoch hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gesagt, dass noch die Zahlen aus den Bundesländern sortiert würden. Erst wenn die Erntebilanz vorliegt, will Klöckner sich festlegen, ob sie den Sommer dieses Jahres als "Extremwettersituation von nationalem Ausmaß" einstuft. Soforthilfen für die Bauern ohne diese Datengrundlage hat sie stets abgelehnt. Hilfen, wie sie nun die deutschen Bauern fordern, gibt es immer wieder. Sie werden aber oft kritisiert, weil sie den Wettbewerb verzerren.

rei

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