Subvention für Bauern CSU fordert hohen Staatszuschuss für Dürreversicherung

Bauern in Deutschland schließen kaum Versicherungen gegen Dürre ab, weil die Kosten dafür sehr hoch sind. Die CSU hat sich dafür eine Lösung überlegt.

DPA

Vor der nächsten Agrarministerkonferenz verlangt Bayern die Einführung einer staatlich subventionierten Dürreversicherung in Deutschland. Man dürfe "nicht länger warten", sagte die bayerische Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU). "Die Situation mit mehreren Hitzejahren in Folge zeigt uns, dass wir schnell reagieren müssen." In Nachbarländern wie Österreich und Frankreich gebe es bereits ähnliche Systeme, die der Staat mitfinanziere.

Die Landwirtschaftsminister wollen Ende September darüber beraten. Ein Staatszuschuss für die Dürreversicherung steht im Prinzip seit mehr als einem Jahr auf der Tagesordnung der Minister, bisher gibt es jedoch keine Einigung.

Bayerns Vorschlag: "50 Prozent der Versicherungsbeiträge kommen von Bund und Land - 30 Prozent vom Bund, 20 vom Land. Die anderen 50 Prozent zahlt der Landwirt." Bayern hatte dazu eine Bundesratsinitiative gestartet, unterstützt wird diese nach Kanibers Angaben von Baden-Württemberg, in anderen Bundesländern sei das Interesse groß.

Nach der Dürre in vielen Regionen Deutschlands im vergangenen Jahr hatten die hart getroffenen Bauern rund 228 Millionen Euro staatliche Nothilfen bekommen. Eine sogenannte Mehrgefahrenversicherung, die die Dürre beinhaltet, schließen in Deutschland aber nur wenige Landwirte ab. Der Grund: Diese Policen sind teuer, da Dürre eines der gefürchteten "Kumulrisiken" ist: ein Schaden, der gehäuft auftritt, da Trockenheit nicht einzelne Bauern betrifft, sondern ganze Landstriche. Die Versicherungsbranche muss dann auf einen Schlag sehr hohe Schadenzahlungen leisten.

beb/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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wasistlosnix 20.09.2019
1. Vorbei
Gerade fing die CSU an mir sympatisch zu werden und jetzt sowas! Landwirte sollten genügend verdienen um sich solch eine Versicherung leisten zu können. Aber nicht auf Steuerkosten.
Hans-Dampf 20.09.2019
2.
Bauern in Deutschland schließen kaum Versicherungen gegen Dürre ab, weil die Kosten dafür sehr hoch sind. Das ist ein intrinsisches Problem mit Versicherungen. Je höher das Risiko ist, umso teurer wird sie. Interessanterweise bekommt man nur von Bauern mit, dass sie ständig jammern - wegen des Wetters, wegen jener Versicherung... Beklagen sich Bademodenhersteller und -verkäufer, wenn der Sommer mal verregnet war und werden sie staatlich unterstützt? - Nein. Bekommen freiberufliche Hebammen Zuschüsse zur sehr teuren Haftpflichtversicherung? - Nein. Die Liste ließe sich endlos fortführen.
Schlaflöwe 20.09.2019
3. Die Agrarindustrie trägt zur
Erderhitzung bekanntlich in erheblichem Maß bei (industrielle Monokulturen, Massentierhaltung mit übermäßiger Gülle, die das Grundwasser gefährdet, etc). Die Produktion müsste also auf eine klimaerträglichere Produktion umgestellt werden. Damit die Agrarindustrie aber so mit weiterhin mit hohen Dividenden für die Aktionäre weitermachen kann, müssen die Steuerzahler aus ihren Steuerkassen mit viel Steuergeld über teure Versicherungen das System stützen. Nenbei: die CD/CSU-Bundestagsfraktion ist durchsetzt mit Vertretern des agrarindustriellen Komplexes. Und die nehmen sich aus der Steuerkasse, was sie haben wollen. Da wird der Steuerzahler nicht drum gefragt.
georg.stroemer 20.09.2019
4. Subventionen
Noch mehr Subventionen? Meiner Meinung nach sollte man die Landwirtschat dem Markt überlassen, Regeln für naturnahes Wirtschaften vorschlagen und dann auch nur die belohnen, die entsprechend ressourcenschonend arbeiten. In den letzten Jahrzehnten sind zehntausende Tümpl zugeschüttet worde und Flüsse begradigt worden, um eine scheinbar effiziente LAndwirtschaft zu ermöglichen. Und was haben wir jetzt: ist der Süchtige einmal am TRopf, kommt er nicht mehr los. Gebt den weniger betucten Endkunden das Gel um sich teurere Lebensmittel leisten zu können uns überlansst die LAndwirtschaft dem MArkt. Dann ist es sinnvoll.
Paul Caster 20.09.2019
5. Ob Sonne scheint, ob Regen fällt..
... der Bauer ruft nach Steuergeld! Man sagt auch das der Bauer 4 Feinde hat: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Ich denke diese 4 stellen das sog. Betriebsrisiko dar, gegen die sich ein Bauer als guter Unternehmer nun mal versichern sollte. Oder der kluge Bauer produziert Produkte, die den Witterungsbedingungen gewachsen sind... sollte kein Problem sein.
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