30.000 Plätze Regierung startet neues Programm für Langzeitarbeitslose

Die Bundesregierung will mit einer neuen Fördermaßnahme mehr Hartz-IV-Empfänger in Arbeit bringen. Betriebe, die Langzeitarbeitslose beschäftigen, sollen Zuschüsse erhalten. Die schwarz-rote Koalition plant dafür mehr als 470 Millionen Euro ein.

Agentur für Arbeit in Ludwigsburg: Projekt für solche, die seit zwei Jahren suchen
AP

Agentur für Arbeit in Ludwigsburg: Projekt für solche, die seit zwei Jahren suchen


Hamburg - Es geht um einfache Jobs, etwa als Helfer in der Industrie oder in der Gastronomie: Die Bundesregierung legt ein neues Programm gegen die Langzeitarbeitslosigkeit auf. Von 2015 an ist geplant, für 30.000 Langzeitarbeitslose eine Stelle zu finden und ihren Arbeitgebern Lohnkostenzuschüsse zu zahlen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Darin heißt es, dass für das neue Bundesprogramm 470 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds vorgesehen seien. Hinzu kämen Mittel aus dem Eingliederungsbudget der Jobcenter. Das Programm ist nach Angaben der Bundesregierung für langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger vorgesehen, die ohne oder ohne verwertbaren Berufsabschluss sind. Die Förderdauer beträgt demnach 18 Monate.

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, dass sie im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit "die Gewinnung von Arbeitgebern für die Gruppe arbeitsmarktferner Personen in den Vordergrund rücken" wollen. Zuletzt lag die Zahl der Langzeitarbeitslosen bei 1,076 Millionen.

Bei dem neuen Programm handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Modellprojekts "Perspektive in Betrieben", wie die Zeitung weiter berichtet. Dabei sollen Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit Betriebe dazu animieren, Langzeitarbeitslose einzustellen. Das Projekt ist ursprünglich gedacht für über 35-Jährige, die seit mindestens fünf Jahren keinen Job mehr hatten, ohne Berufsabschluss sind und als schwer vermittelbar gelten. Sie werden sozialversicherungspflichtig angestellt und von den Mitarbeitern der Bundesagentur weiter betreut. Die Behörde zahlt dabei bis zu 75 Prozent ihres Lohns.

Bislang nur 33 erfolgreiche Vermittlungen

33 Dauererwerbslose erhielten nach Angaben der Bundesagentur so bislang eine Stelle. 35 weitere sollen nach Angaben der Behörde in diesem Jahr dazukommen. Die Bundesagentur hält das weit größer angelegte Bundesprogramm trotzdem für realistisch, weil es für Arbeitslose gedacht sei, die nicht wie bei dem Modellprojekt seit fünf, sondern seit zwei Jahren auf Jobsuche sind. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, die die Anfrage gestellt hat, spricht dagegen von einem "Tropfen auf den heißen Stein. Das Programm reicht weder zahlenmäßig, noch ist es auf Dauer angelegt", sagte sie der Zeitung.

yes



insgesamt 143 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mat_yes 04.04.2014
1. Reine Subventionen
Was für ein Verwirrspiel. Auf der einen Seite gibt es bereits das EGZ (Eingliederungszuschuss) über das SGB III. Hier können bis zu 50% des Bruttolohnes inklusive Arbeitgeberanteil für ein halbes Jahr finanziert werden bei einem Jahr Beschäftigung. Für Ü50er geht es abgestuft bis zu 3 Jahre. Ferner frag ich mich wer am Ende denn Unterstützt wird? Denn wenn der Mindestlohn im 1. Halbjahr für den ALG II Bezieher nicht gilt, braut der Arbeitgeber am Ende ja nur noch die Hälfte von Wenig zahlen. Ist also dieses Instrument nicht eher eines um die Entlassung von ALG II Empfängern nach 6 Monaten zu verhindern? Denn dann greift ja die Mindestlohn-Regelung in absehbarer Zukunft. Ferner sehe ich die Gefahr, dass aufgrund dieser Regelung andere Ungelernte gekündigt werden.
renatedietrich 04.04.2014
2. tz tz tz
noch mehr überbürokratie, das ist das Einzige, was das neue Gesetz bringt - und sonst nichts -
bronck 04.04.2014
3.
Als ich die Überschrift las fragte ich mich, ob wir nicht schon eh zu viele Langzeitarbeitslose haben. Warum will die Regierung dann noch mehr davon?
Spiegelleserin57 04.04.2014
4. unrealistisch!
die Leute werden wenn überhaupt nur befristete Stellen bekommen und danach wieder arbeitslos. Der Arbeitsmarkt ist nicht sozial ausgerichtet!
balticskipper 04.04.2014
5. Die Behörde zahlt dabei bis zu 75 Prozent ihres Lohns
GENAU, der Steuerzahler zahlt den Lohn zu 75% und der ausgebeutete Ertrag wird zu 100% vom sog. Arbeitgeber eingestrichen... Da werden sich wieder einige johlend auf die Schenkel klopfen....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.