Lateinamerika Trump-Berater neuer Chef der Interamerikanischen Entwicklungsbank

Er ist der erste US-Amerikaner auf dem Posten in der 61-jährigen Geschichte der Institution: Mauricio Claver-Carone wird neuer Leiter der Entwicklungsbank IDB. US-Präsident Trump hatte ihn nominiert.
Mauricio Claver-Carone im Januar

Mauricio Claver-Carone im Januar

Foto: Juan Karita / AP

Mit Mauricio Claver-Carone ist der von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagene Kandidat zum neuen Präsidenten der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) gewählt worden. Claver-Carone, Exilkubaner und Trump-Berater für Lateinamerika, bekam die Unterstützung der Mehrheit der Mitgliedsländer, wie aus einer Mitteilung der IDB hervorging.

Die IDB ist die größte Geldgeberin für Entwicklungsprojekte in Lateinamerika. Die Nominierung des Hardliners Claver-Carone hatte enormen Wirbel ausgelöst. So ist es das erste Mal in der 61-jährigen Geschichte der Entwicklungsbank, dass ein US-Amerikaner die Leitung übernimmt. Claver-Carone soll den Posten zum 1. Oktober antreten.

Seit der Gründung 1959 kam der Vorsitzende der IDB stets aus Lateinamerika. Trumps Entscheidung, einen US-Bürger zu nominieren, sorgte denn auch bei mehreren Staaten der Region und bei der Europäischen Union für Kritik.

Mehrere Länder wollten Wahl verschieben

Argentinien, Mexiko, Chile und Costa Rica versuchten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge zunächst, eine Verschiebung der Wahl auf den Weg zu bringen. Sie fanden dafür aber nicht die ausreichende Mehrheit.

Den USA wurde nachgesagt, mit der Nominierung Claver-Carones Einfluss in einer Region gewinnen zu wollen, in der China immer stärker wird. Länder wie Argentinien wollten die Wahl Claver-Carones verhindern, unter anderem um die Kontrolle über eine Institution zu behalten, deren Darlehen für Regierungen und Staatsunternehmen wegen der schweren wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise in Lateinamerika besonders wichtig sein werden.

Dennoch war Claver-Carone der einzige Kandidat, nachdem zuletzt etwa die ehemalige costa-ricanische Präsidentin Laura Chinchilla ihre Kandidatur zurückgezogen hatte.

kko/dpa/Reuters
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