Luftverkehrskonzept Dobrindt hält zwölf Flughäfen für entscheidend

Von Hamburg bis München: Laut dem jetzt vorgestellten Luftverkehrskonzept von Verkehrsminister Dobrindt ist ein Dutzend Flughäfen in Deutschland besonders wichtig. Neue Nachtflugverbote lehnt der CSU-Politiker entschieden ab.
Landung am Flughafen Frankfurt (Archivbild)

Landung am Flughafen Frankfurt (Archivbild)

Foto: Boris Roessler/ dpa

Nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gibt es in Deutschland zwölf Flughäfen, die "im Interesse des Bundes" liegen. Sie finden sich im sogenannten Luftverkehrskonzept, das der CSU-Politiker am Mittwoch vorstellte.

Neben dem größten deutschen Airport in Frankfurt sind dies München, der künftige Berliner Hauptstadtflughafen BER, Braunschweig, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig, Nürnberg, Oberpfaffenhofen und Stuttgart. Diese Einstufung sei auch als Hinweis an die Bundesländer zu verstehen, sagte Dobrindt. Als entscheidend gelten die Airports etwa wegen ihrer internationalen Anbindung, der Rolle für Luftfracht, als Ausweichstandorte mit 24-Stunden-Betrieb oder für Forschungszwecke.

In dem Konzept macht sich das Ministerium mit Blick auf die kommende Legislaturperiode für die Umsetzung geplanter Ausbauvorhaben an großen deutschen Flughäfen stark. Die Branche müsse im globalen Konkurrenzkampf gestärkt werden, so Dobrindt - auch angesichts hoher Wachstumsraten in der Golfregion oder der Türkei. "Wir sagen ein klares Nein zu einem generellen Nachtflugverbot in Deutschland", so der Minister weiter. Flugbetriebszeiten sollten nicht weiter eingeschränkt werden.

Dobrindt warb erneut dafür, nach der Wahl einen "Einstieg in den Ausstieg" aus der umstrittenen Ticketsteuer für Starts von deutschen Flughäfen anzugehen. Dies solle Fluggesellschaften mehr Investitionen ermöglichen. Wie bereits angekündigt wurde, entlastet der Bund die deutschen Airlines bei Flugsicherungsgebühren. Dies macht in diesem Jahr 213 Millionen Euro aus dem Bundesetat aus.

Die Branche begrüßte das Konzept, das fünf Monate vor der Bundestagswahl vorgelegt wurde. "Gut Ding braucht Weile", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Frankfurts Flughafenchef Stefan Schulte. Die genannten Maßnahmen seien ein wichtiger Meilenstein, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte hingegen, das Konzept sehe weder Maßnahmen zum Klimaschutz noch zur Lärmminderung vor.

dab/dpa
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