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19. Februar 2018, 15:32 Uhr

Lettland

Zentralbankchef soll Bestechungsgeld angenommen haben

Ermittler in Lettland haben den Zentralbankchef Ilmars Rimsevics wegen Korruptionsverdachts festgenommen. Er soll mit einer hohen Geldsumme bestochen worden sein.

Lettlands Notenbank-Chef Ilmars Rimsevics ist wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit festgenommen worden. Er solle eine Bestechungssumme von mindestens 100.000 Euro verlangt haben, sagte der Leiter der nationalen Anti-Korruptionsbehörde KNAB, Jekabs Straume, in Riga.

Straume nannte Rimsevics nicht namentlich, bezog sich aber auf einen "hohen Beamten der lettischen Zentralbank". Zudem werde gegen eine Privatperson ermittelt. Nach Angaben der Ermittler steht der Fall mit keinem in Lettland aktiven Geldinstitut in Verbindung.

Der Zentralbankchef war am Wochenende festgenommen worden, nachdem Anti-Korruptionsermittler Wohnung und Büro von Rimsevics durchsucht hatten. Die lettische Bankenbranche steht derzeit auch wegen eines Geldwäsche-Vorwurfs gegen das Institut ABLV Bank seitens der USA in der Kritik. Die Verhaftung des in den USA ausgebildeten Ökonoms steht damit laut Straume aber in keinem Zusammenhang.

Rimsevics steht seit 2001 an der Spitze der Zentralbank. Seit dem Euro-Beitritt Lettlands 2014 gehört er auch dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Ranghohe Politiker des baltischen EU-Landes, darunter Regierungschef Maris Kucinskis, forderten den 52-Jährigen zum Rückzug von der Notenbankspitze auf.

Die EU-Kommission teilte mit, die Festnahme des Notenbank-Gouverneurs sei Sache der nationalen Behörden. Die Kommission habe Vertrauen in die lettischen Aufseher, sagte Sprecher Margaritis Schinas.

apr/Reuters/dpa

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