Libyen Banken ziehen Geldschein mit Gaddafi-Bild aus dem Verkehr

Nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi entfernen die Libyer sein Antlitz aus ihrem Alltag: Libysche Banken sammeln Geldscheine ein, auf denen das Konterfei des Potentaten zu sehen ist.

Tripolis - Er soll verschwinden: Die libyschen Banken ziehen eine Banknote mit dem Bildnis Gaddafis aus dem Verkehr. Die Geldscheine würden eingesammelt und der Zentralbank übergeben, sagte ein Vertreter einer Filiale der National Commercial Bank am Montag in Tripolis.

Der Schein über 50 Dinar (knapp 30 Euro), die höchste Banknote des Landes, zeigt Gaddafi mit einer großen Brille in einem traditionellen Gewand. Er wurde 2008 zum Gedenken an den Jahrestag des Staatsstreichs unter Gaddafis Führung im Jahr 1969 eingeführt.

Libyer in Tripolis begrüßten die Entscheidung der Banken. "Wir können nicht Gaddafi verjagen und sein Bild auf unserem Geld behalten", sagte der Notar Raschid Ratibi. Auch die Ein-Dinar-Note trägt ein Abbild Gaddafis, doch bislang sind keine Pläne bekannt, auch sie einzuziehen.

Andere Geldscheine zeigen das Bild des libyschen Volkshelden Omar al-Muchtar, der gegen die italienische Kolonialherrschaft kämpfte, oder historische Bauten des Landes.


Dieser Inhalt verwendet veraltete Technologien und steht daher nicht mehr zur Verfügung

ssu/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.