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13. Mai 2013, 10:48 Uhr

Austausch von Steuerdaten

Liechtenstein stellt EU Bedingungen

Liechtenstein ist dazu bereit, automatisch Steuerdaten mit der EU auszutauschen. Als Gegenleistung will das Fürstentum aber eine Strafverschonung für seine ausländischen Bankkunden durchsetzen.

Berlin - Nach Luxemburg, Österreich und der Schweiz hat sich jetzt auch Liechtenstein zu Gesprächen über einen automatischen Informationsaustausch mit der EU zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung bereit erklärt. "Als Kleinstaat wäre es unrealistisch zu sagen, dass wir uns grundsätzlich Gesprächen mit der EU über einen erweiterten Informationsaustausch verweigern wollen", sagte der neue Regierungschef des Fürstentums, Adrian Hasler, dem "Handelsblatt".

Hasler nannte der Zeitung allerdings Bedingungen: "Eine aus unserer Sicht wichtige Frage ist, wie unseren Kunden eine Brücke in die Steuerehrlichkeit gebaut werden kann." Die liechtensteinische Regierung tritt demnach dafür ein, dass es für Bankkunden mit bislang unversteuerten Geldern eine Lösung zur Bereinigung ihrer Situation gibt. Zudem sei es seinem Land wichtig, dass ein entsprechender neuer Standard weltweit und nicht nur in der EU gelte. "Sollte nur die EU voranschreiten, sind Wettbewerbsnachteile und Kapitalabflüsse in andere Teile der Welt zu befürchten", sagte Hasler.

Als Alternative zu der in Deutschland politisch umstrittenen Abgeltungssteuer nannte Hasler ein Offenlegungsprogramm, das sein Land mit Großbritannien vereinbart hat. Es sieht vor, dass Kunden sich gegenüber dem Fiskus erklären und die Gelder zu einem vergünstigten Tarif nachversteuern, ohne eine Strafe fürchten zu müssen. "Wir wären sehr dafür, dieses Modell in ganz Europa einzuführen", sagte Hasler dem "Handelsblatt". Darüber hinaus forderte er, die steuerliche Anerkennung von Liechtensteiner Stiftungen durch die EU.

Auch beim Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G7) am Wochenende im britischen Aylesbury war der Kampf gegen Steuerbetrug ein wichtiges Thema. Mitte April hatte die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) dafür plädiert, das Bankgeheimnis zu lockern und den automatischen Informationsaustausch zwischen den Finanzbehörden ihrer Länder "zur Regel zu machen".

nck/AFP/Reuters

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