Lohnentwicklung So viel verdienen die Deutschen

Die Krise ist im Geldbeutel der Arbeitnehmer angekommen: 2009 sank das Realeinkommen laut Statistischem Bundesamt um 0,4 Prozent. Bankangestellte betraf das weniger - sie bekamen 1,7 Prozent mehr Geld. SPIEGEL ONLINE zeigt, was die Deutschen im vergangen Jahr verdient haben.
Frankfurter Finanzzentrum: Angestellte bei Banken verdienen am meisten

Frankfurter Finanzzentrum: Angestellte bei Banken verdienen am meisten

Foto: Ralph Orlowski/ Getty Images

Wiesbaden - Die Löhne von Vollzeitarbeitskräften in Deutschland sind im Krisenjahr 2009 leicht gesunken. Das Realeinkommen der Arbeitnehmer sei unterm Strich um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag in Wiesbaden mit. Zwar seien die Löhne an sich gegenüber 2008 unverändert geblieben. Jedoch seien die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dies habe am Ende zu dem leichten Rückgang der Realeinkommen geführt. 2008 waren die Reallöhne noch leicht um 0,4 Prozent gestiegen.

Jahresverdienst von Vollzeitbeschäftigten 2009

Wirtschaftszweig Jahresverdienst Sonderzahlungen Veränderung zum Vorjahr (Verdienst und Sonderzahlungen)
Finanz- und Versicherungs-
dienstleistungen
58.473 9.314 1,7
Energieversorgung 58.316 8.451 1,2
Information und Kommunikation 56.985 7.000 2
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen 54.662 6.811 0,6
Erziehung und Unterricht 47.706 2.107 3,6
Bergbau 46.060 4.920 2,3
Grundstücks- und Wohnungswesen 45.338 5.404 -0,1
Verarbeitendes Gewerbe 42.392 4.522 -3,3
Gesundheits- und Sozialwesen 39.836 2.434 3,1
Handel, Instandhaltung KFZ 38.958 3.671 k.A.
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung 38.740 1.910 3,7
Sonstige Dienstleistungen 36.941 2.660 k.A.
Wasser-, Abfallwirtschaft 36.565 2.704 k.A.
Verkehr und Lagerei 35.071 2.732 0,7
Baugewerbe 33.868 2.011 0,9
Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen 26.603 1.574 0,2
Gastgewerbe 23.636 1.006 0,7
Durchschnitt aller Wirtschaftsbereiche 41.468 3.775 k.A.
Quelle: Statistisches Bundesamt

Grund für die schwache Entwicklung der Einkommen sei vor allem gewesen, dass im vergangenen Jahr bedingt durch die Wirtschaftskrise konjunkturabhängige Sonderzahlungen der Unternehmen an die Beschäftigten deutlich zurückgegangen seien, teilten die Statistiker mit. Im Schnitt aller Wirtschaftsbereiche seien diese Zahlungen um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr geschrumpft.

Besonders hohe Rückgänge hätten die Beschäftigten bei Banken und Versicherungen hinnehmen müssen. Dort seien die Sonderzahlungen um ein Fünftel (20,0 Prozent) zurückgegangen. Die Grundvergütung der Arbeitnehmer hingegen sei um 1,2 Prozent gestiegen. Die Grundvergütung entspricht den Bruttoeinkommen ohne Sonderzahlungen.

Trotz Krise führten Beschäftigte bei Banken und Versicherungen im vergangenen Jahr die Liste der Spitzenverdiener an, teilte das Statistische Bundesamt mit. Sie verdienten demnach im Schnitt 58.473 Euro. Platz zwei belegten die Arbeitnehmer in der Energiebranche mit 58.316 Euro. Die geringsten Bruttoverdienste erhielten den Angaben zufolge Beschäftigte im Gastgewerbe mit 23.636 Euro (siehe Tabelle).

Die Verdienstentwicklung war 2009 den Angaben zufolge vor allem von der Wirtschaftskrise geprägt, die sich deutlich am verbreiteten Einsatz von Kurzarbeit zeigte. Am stärksten betroffen war das Verarbeitende Gewerbe. Hier sank die bezahlte Arbeitszeit um 4,6 Prozent auf durchschnittlich 36,7 Wochenstunden. Die monatliche Grundvergütung verringerte sich deshalb um 2,5 Prozent.

fro/AFP/ddp