Lohngruppen Metall-Arbeitgeber fordern neuen Einstiegstarif

Die Arbeitgeber in der Metall- und Elektroindustrie haben eine Öffnung der Tarifverträge nach unten gefordert. Ihr Argument: Computer ebneten auch geringer Qualifizierten den Weg in den Job. Die IG Metall kritisiert den Vorschlag.
Maschinenbau: Computer machen Arbeiten weniger anspruchsvoll

Maschinenbau: Computer machen Arbeiten weniger anspruchsvoll

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Für weniger anspruchsvolle Tätigkeiten in der Metall- und Elektroindustrie sollten nach Ansicht des Metall-Arbeitgeberverbandes Nordrhein-Westfalen niedrigere Löhne gezahlt werden. Es gebe Arbeitsplätze, die weniger anspruchsvoll würden, weil der Computer einen Großteil der Arbeit abnehme, sagte Arndt Kirchhoff, Präsident des Arbeitgeberverbands Metall NRW, der "Rheinischen Post". "Diesen Fall bildet die Tarifpolitik bislang nicht ab."

"In unserer niedrigsten Tarifgruppe verdienen Ungelernte bereits mehr als 14,50 Euro die Stunde", sagte Kirchhoff der Zeitung. Darin seien Urlaubs- und Weihnachtsgeld noch nicht enthalten. "Wenn wir hierzulande aber auch weiterhin einfache Arbeit anbieten wollen - auch für schwer Vermittelbare oder ganz aktuell für Flüchtlinge -, müssen wir das auch bezahlen können", fügte er hinzu. Dies habe nichts mit prekärer Beschäftigung zu tun. "Aber der Abstand zum Mindestlohn darf nicht sechs Euro betragen. Wenn wir da weiter kämen, wäre schon viel gewonnen."

Die IG Metall sprach sich gegen eine Billig-Lohngruppe aus. Das bestehende Entgeltsystem bilde die Produktivität, die Prozess-Stabilität und die Qualität der Branchen ab, sagte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler.

Auch ihm sei die Differenz zwischen Mindestlohn und Tarifentgelt zu hoch, so Giesler. Er ziehe daraus aber eine ganz andere Schlussfolgerung: "Wir müssen den Mindestlohn anheben." Er sehe eher in den oberen Gehaltsgruppen Handlungsbedarf für Erhöhungen, weil die Arbeit im Zeichen der Digitalisierung zunehmend komplexer und herausfordernder werde.

mik/brk/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.