Lohnuntergrenze Großteil der EU-Staaten erhöht Mindestlohn

Viele Beschäftigte in der EU können sich freuen: Mehr als die Hälfte der Mitgliedsländer hat die gesetzliche Lohnuntergrenze angehoben. Die anderen Staaten beließen das alte Niveau - nur einer senkte den Mindestlohn.
Sicherheitsdienst in München: Nur wenige Branchen in Deutschland haben Mindestlöhne

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Foto: DDP

Berlin - Mehr als die Hälfte der EU-Länder hat die gesetzlichen Mindestlöhne in den vergangenen Monaten angehoben - wegen der Auswirkungen der Wirtschaftskrise allerdings meist nur gering. Im hoch verschuldeten Irland wurde die Lohnuntergrenze im vergangenen Monat sogar gesenkt, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). "Das ist ein Novum in der europäischen Mindestlohngeschichte."

Erhöht haben insgesamt 14 der 27 EU-Partner. Slowenien steigerte seinen Mindestlohn um gut 25 Prozent. In Luxemburg, Polen, Ungarn, Lettland und Rumänien lag das Plus zwischen vier und elf Prozent. Staaten wie Griechenland oder Tschechien dagegen haben das alte Niveau beibehalten. In Frankreich, Belgien und Großbritannien fiel der Anstieg niedriger aus als die Inflationsrate, so dass ein reales Minus von 0,1 bis 1,1 Prozent herauskam.

Insgesamt gibt es in 20 der 27 EU-Staaten einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. In Deutschland gibt es ihn nicht, sondern nur branchenspezifische Lohnuntergrenzen, etwa beim Bau oder bei der Pflege. Gewerkschaften und Oppositionsparteien fordern seit langem die Einführung - bislang ohne Erfolg.

Der WSI-Studie zufolge reichen die Lohnuntergrenzen in den größeren westeuropäischen Euro-Ländern von 7,65 Euro brutto in Irland über 8,58 Euro in Belgien und 8,74 Euro in den Niederlanden bis zu neun Euro in Frankreich. Luxemburg hat mit 10,16 Euro den höchsten Mindestlohn in Europa. Der britische Mindestlohn beträgt umgerechnet 6,91 Euro. In den südeuropäischen EU-Staaten liegt das Niveau zwischen 2,92 Euro in Portugal und 4,28 Euro in Griechenland.

yes/Reuters
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