Lokführer-Löhne Deutsche Bahn und GDL einigen sich in Tarifstreit

Durchbruch im Tarifstreit bei der Bahn: Die Gewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn haben sich auf höhere Löhne für Lokführer geeinigt. Die rund 20.000 Beschäftigten erhalten zwei Prozent mehr Geld.

ICE der Deutschen Bahn: Zwei Prozent Lohnsteigerung für Lokführer
DPA

ICE der Deutschen Bahn: Zwei Prozent Lohnsteigerung für Lokführer


Frankfurt am Main - Der Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn ist beigelegt. Es sei eine Einigung erzielt worden, teilten Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber und GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag in Frankfurt am Main mit.

Die rund 20.000 bei der Deutschen Bahn (DB) beschäftigten Lokführer bekommen mehr Geld. Die Löhne sollen um zwei Prozent zulegen. Berufseinsteiger bekommen damit 2341 Euro monatlich, erfahrene Lokführer 2831 Euro. Die Lokführergewerkschaft hatte fünf Prozent mehr Lohn gefordert.

Lokführer erhalten zudem weitere Zuschläge, Zulagen, zum ersten Mal einen Kündigungsschutz sowie eine finanzielle Absicherung beim gesundheitsbedingten Verlust der Lokführerlizenz. Weitere Verbesserungen gab es auch bei den Qualifizierungsbestimmungen. Die Mindestausbildungsdauer wurde um mehr als 300 auf 1250 Stunden erhöht. Der neue Tarifvertrag gelte rückwirkend zum 1. Januar und laufe bis Sommer 2012.

Vor Ihnen steht ein sehr erleichterter Bundesvorsitzender", sagte GDL-Chef Claus Weselsky. "Es lief sehr vernünftig und partnerschaftlich", sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber, der sich wie Weselsky zufrieden mit dem Abschluss zeigte.

Gewerkschaft und Konzern hatten beinahe neun Monate um eine Einigung gerungen. Die GDL hatte mehrfach zu Streiks aufgerufen. Auch zuletzt hatten die Parteien zäh über Details gestritten. Nach einem 18-stündigen Marathon am Donnerstag hatten sie ihre Gespräche doch noch einmal auf Freitag vertagt.

Ein Ergebnis für die etwa 6000 Lokführer bei den Konkurrenzunternehmen des staatseigenen Konzerns fehlt hingegen noch. Bei 20 DB-Wettbewerbern streikt die GDL derzeit, der am Donnerstag begonnene 48-Stunden-Ausstand läuft noch bis Samstag. Deutschlandweit waren am Donnerstag nach GDL-Angaben bei den bestreikten Unternehmen knapp 70 Prozent der Züge ausgefallen.

Die GDL fordert im Zuge der Tarifauseinandersetzungen einen einheitlichen Rahmentarifvertrag für alle Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Die nun bestreikten Bahnanbieter haben das bisher abgelehnt. Derzeit fallen rund 83 Prozent aller bundesweit 26.000 Lokomotivführer unter inhaltsgleiche Rahmentarifverträge der GDL.

ssu/AFP/dapd/Reuters



insgesamt 5 Beiträge
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irobot 15.04.2011
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Zitat von sysopDurchbruch im Tarifstreit bei der Bahn: Die Gewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn haben sich auf höhere Löhne für Lokführer geeinigt. Die rund 20.000 Beschäftigten erhalten zwei Prozent mehr Lohn. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,757345,00.html
Und dafür legen die tagelang den Schienenverkehr lahm? Das hätte man auch ohne Streiks bekommen können.
drausch 15.04.2011
2. Genau - Echt Lächerlich - oder etwa typisch
Zitat von irobotUnd dafür legen die tagelang den Schienenverkehr lahm? Das hätte man auch ohne Streiks bekommen können.
Es ist wirklich eine Schande, dass man zum Einen die Bevölkerung (wenn auch zu recht) mit Streiks belastet, und sich dann aber mit einem Zuckerl, sprich einer Mini-Erhöhung zufrieden gibt. Da hat man über Jahre hinweg mehr davon wenn, man seine Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft kündigt. Notfalls gibt es dann eben ein paar arbeitslose Gewerkschaftsfuntionäre. Aber in Summe wird die Arbeit billiger.
Achim 15.04.2011
3. Na, na, na
Zitat von irobotUnd dafür legen die tagelang den Schienenverkehr lahm? Das hätte man auch ohne Streiks bekommen können.
Erstmal zu Ende lesen. Außer den 2 % gibt es mehr Ausbildung, Kündigungsschutz und so weiter. Zweitens: VOR dem Streik war die DB nicht bereit, den Lokführern das zu gewähren. Also konnte man es eben nicht ohne Streik bekommen.
wb99 15.04.2011
4. .
Zitat von AchimErstmal zu Ende lesen. Außer den 2 % gibt es mehr Ausbildung, Kündigungsschutz und so weiter. Zweitens: VOR dem Streik war die DB nicht bereit, den Lokführern das zu gewähren. Also konnte man es eben nicht ohne Streik bekommen.
Quaaark. Der Streik ist um ganz etwas anderes gegangen (einheitlicher Tarifvertrag). So blöd sind wir auch noch nicht, daß wir uns das nichtmal 4 Wochen merken.
capu65, 15.04.2011
5. Falsch!
Zitat von irobotUnd dafür legen die tagelang den Schienenverkehr lahm? Das hätte man auch ohne Streiks bekommen können.
Das hätten Sie ohne Streik niemals bekommen. Dagegen hat sich die DB mit Händen und Füßen gewehrt. http://www.gdl.de/pmwiki.php?n=Aktuell.Pressemitteilung-1302872159?action=overlay Vielleicht denken Sie in einigen Jahren über eine betriebliche Altersvorsorge und Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit anders.
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