Quelle-Erbin Schickedanz legt Milliardenstreit bei

Die Milliarden sind weg, geblieben ist nur ein Rest - dafür machte Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz lange die Bank Sal. Oppenheim verantwortlich. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es eine außergerichtliche Vereinbarung, die für die Ex-Superreiche ungünstig ausfällt.

Madeleine Schickedanz
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Madeleine Schickedanz


Die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz muss am Ende eines jahrelangen Rechtsstreits mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim offenbar eine Niederlage einstecken. Mit Schreiben vom 16. Dezember hat ihr Anwalt Andreas Ringstmeier dem Landgericht Köln mitgeteilt, seine Mandantin habe mit der Bank eine "außergerichtliche Vereinbarung abgeschlossen". "Sämtliche Ansprüche und Rechte", die Schickedanz "zustehen könnten", seien damit "endgültig und unwiderruflich abgegolten und erledigt".

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Heft 1/2017
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Im Mai 2012 hatte Schickedanz die Bank auf 1,9 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt. Außerdem wollte sie mehrere Hundert Millionen Euro nicht zahlen, die Sal. Oppenheim von ihr forderte. Die Milliardenerbin warf den Bankiers vor, ihre Gutgläubigkeit ausgenutzt und sie zu ruinösen Aktienkäufen getrieben zu haben. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Davon ist nun keine Rede mehr: Die Klägerin, so Ringstmeier, nehme "Abstand von der Behauptung", die Bank habe Schickedanz' "Vermögen, Namen und Person dazu benutzt, sich durch Schein- und Umgehungsgeschäfte Profite zu verschaffen". Darüber hinaus verzichte "die Klägerin auf eine Entscheidung über die Kosten des Rechtsstreits".

Von ihrem einst auf mehrere Milliarden Euro geschätzten Vermögen bleiben Schickedanz laut Insidern rund 40 Millionen.

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gla

insgesamt 79 Beiträge
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Seite 1
lorn order 29.12.2016
1. 40 Millionen
Ach die Ärmste! Aber wenn sie sich ein wenig einschränkt, sollten 40 Millionen schon ausreichen, um ein karges Dasein fristen zu können. Vor einigen Jahren war über die Dame zu lesen, sie hätte behauptet, sich nur noch Einkäufe bei Aldi leisten zu können. Und dann wurde sie beobachtet, wie sie sich von ihrem Chauffeur mit einem standesgemäßen Auto zu Feinkost-Albrecht hat fahren lassen....
gerd33 29.12.2016
2. Meine aufrichtige Anteilnahme!
40 Mio EUR. sind nicht gerade ein Sozialhilfesatz. Für Villa, Gärtner, Chauffeur und Yacht wird es wohl noch reichen. Oder sollten wir ei´ne Spendengala für Maddie starten?
laurent1307 29.12.2016
3. Sehr ungünstig!
Wirklich bedauernswert, dieser Vergleich! Diese geschätzten 40 Millionen reichen wirklich nur noch fürs nötigste. In St. Moritz braucht sie sich jedenfalls, damit nicht mehr sehen lassen. Aber viele der ehemaligen Quellemitarbeiter wären sicherlich bereit, ihr mit einem Teller heiße Suppe auszuhelfen!
Hartmut Schwensen 29.12.2016
4. Innerhalb einer Generation...
... aufgebaut und von der nächsten Generation verzockt. Hat Frau Schickedanz in ihrem Leben irgendwas auf die Reihe bekommen, außer gigantische Mengen von Kapital zu vernichten?
k-d-w 29.12.2016
5. Am Hungertuch
dürfte Sie trotz alledem nich hängen....
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