Korruptionsvorwürfe Malaysia verklagt Goldman Sachs im 1MDB-Skandal

Die US-Investmentbank Goldman Sachs muss im Rahmen des Korruptionsskandals um den malaysischen Staatsfond 1MDB auch in Malaysia vor Gericht. Der Bank drohen Milliardenstrafen.

Plakat des malaysischen Entwicklungsfonds 1MDB
REUTERS

Plakat des malaysischen Entwicklungsfonds 1MDB


Zwei ehemalige Mitarbeiter von Goldman Sachs, ein ehemaliger 1MDB-Mitarbeiter und ein malaysischer Investor müssen sich wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das malaysische Wertpapierrecht vor Gericht verantworten. Das teilte der malaysische Generalstaatsanwalt Tommy Thomas am Montag mit.

Den angeklagten Ex-Angestellten werden im Zusammenhang mit der Veruntreuung von 2,7 Milliarden Dollar aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB irreführende Angaben vorgeworfen. Goldman Sachs hatte die Geschäfte des Fonds begleitet und soll durch überhöhte Gebühren letztlich rund 600 Millionen Dollar eingenommen haben.

Die Staatsanwaltschaft teilte nun mit, sie werde von den Beschuldigten Schadenersatz fordern, der "deutlich" über den angeblich veruntreuten Summen liegen werde. Den angeklagten Personen drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Bereits Mitte November hatte der malaysische Finanzminister eine volle Rückzahlung der Gebühren von Goldman verlangt.

Goldman Sachs weist die Vorwürfe zurück. Die Bank kooperiere weiterhin mit allen Behörden bei deren Ermittlungen, hieß es in einer Stellungnahme.

Der 1MDB-Fonds, aus dem Gelder verschwunden und an malaysische Regierungsmitglieder zurückgeflossen sein sollen, war 2009 zur Wirtschaftsförderung des Landes eingerichtet worden. Wegen des Betrugs- und Geldwäscheverdachtsgegen hohe malaysische Regierungsangehörige laufen jedoch schon länger weltweite Ermittlungen unter Leitung des US-Justizministeriums.

fek/dpa/Reuters



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