Managerbezüge Infineon will Ex-Chef die Rente kürzen

Es wäre eine Premiere: Noch nie wurden deutschen Managern nachträglich die Bezüge gekürzt, laut einem Zeitungsbericht könnte der frühere Infineon-Chef Wolfgang Ziebart nun der erste sein - sein Ex-Arbeitgeber plant einen harten Schnitt.

Ex-Infineon-Chef Ziebart: Neues Gesetz wird erstmals angewandt
ddp

Ex-Infineon-Chef Ziebart: Neues Gesetz wird erstmals angewandt


Hamburg - Es ist der erste Praxistest für das umstrittene Gesetz zur Managervergütung: Der Halbleiterkonzern Infineon Chart zeigen will laut "Financial Times Deutschland" die Pension für Ex-Vorstandschef Wolfgang Ziebart nachträglich kürzen. Der Aufsichtsrat habe einem entsprechenden Plan zugestimmt. Infineon wollte sich nicht zu dem Thema äußern.

Es wäre das erste Mal, dass das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) angewendet würde. Mit dem VorstAG wurde am 10. Juli unter anderem das Aktiengesetz geändert. Seither ist es möglich, Ex-Vorständen bis zu drei Jahre nach ihrem Ausscheiden die Pensionen zu kürzen. Voraussetzung ist eine verschlechterte Lage des Unternehmens, durch die die "Weitergewährung der Bezüge unbillig wäre". Bisher war das nur bei aktiven Vorständen möglich, die Regelung wurde aber praktisch nie angewendet.

Der ehemalige Infineon-Chef bezieht seit September eine Rente von 560.000 Euro pro Jahr. Das Unternehmen hatte sich außerdem dazu verpflichtet, dem 59-Jährigen ein Übergangsgeld in Höhe der letzten zwölf Monatsgehälter plus einen durchschnittlichen Jahresbonus der vergangenen drei Jahre zu zahlen. Laut "Financial Times Deutschland" dürfte Ziebart damit einen Betrag von deutlich über einer Million Euro kassiert haben. Wie hoch nun die Kürzungen ausfallen sollen, wurde nicht bekannt.

Infineon war durch den Einbruch der Halbleiter-Märkte, aber auch durch Fehler des Managements in eine schwere Krise gestürzt.

fro/dpa-AFX



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wischmopp 28.05.2009
1.
Warum verdient jemand der Porsche an den Rande der Insolvenz treibt 77 Millionen? Wer mir das erklären kann - Kompliment.
Rainer Eichberg 28.05.2009
2.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Das müssen die Aktionäre mit sich selbst ausmachen, ob ein Herr Wiedeking tatsächlich 77 Mio. wert ist. Wäre ich Porsche-Aktionär, wäre ich empört. Da ich jedoch weder Porsche-Aktionär noch Porsche-Kunde bin, ist es mir gänzlich egal. Allerdings wäre es interessant zu erfahren, ob Herr Wiedeking auch nächstes Jahr noch dieses üppige Salär ernten kann. Ich denke: Nö! So toll steht Porsche finanziell nicht da.
Hartmut Dresia, 28.05.2009
3.
Zitat von sysopDie Gehälter der Dax-Vorstände sind 2008 um 25 Prozent gesunken. Nur einer triumphiert: Porsche-Chef Wiedeking - der mit 77 Millionen Euro erneut der Topverdiener Europas ist. Wie sehen Sie die Höhe der Managergehälter - was ist angemessen?
Grundsätzlich liegt die Höhe der Managergehälter in der Zuständigkeit der Unternehmen, die sie bezahlen. Der Staat muss allerdings zwei Grundsätze beachten: Fließen öffentliche Mittel in die Unternehmen, dann sollten die Gehälter nicht wesentlich höher sein als die der öffentlich Bediensteten in vergleichbarer Position. Das Steuerrecht muss zudem so ausgestaltet sein, dass Übermaß ausgeglichen wird. Privilegierung und Diskriminierung (http://www.institut1.de/privilegierung-und-diskriminierung/) sind auch bei der Bezahlung von Mangern zu beachten. In gewisser Weise diskriminiert ein Managergehalt den Durchschnittsverdiener, wenn es z.B. das Zehnfache eines Durchschnittsgehalts übersteigt.
disbeliever 28.05.2009
4. Angemessen?
Nur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Rainer Eichberg 28.05.2009
5.
Zitat von disbelieverNur mal so als ein möglicher "Vergleich": damit kann man ein Krankenhaus mit etwas mehr als 200 Betten ca 3-4 Jahre betreiben.
Na und?
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