Marodes Staatsunternehmen US-Post will massenhaft Stellen streichen

Bei der US-Post droht ein radikaler Kahlschlag: Bis zu 120.000 Stellen könnten bei U.S. Postal Service wegfallen. Das Staatsunternehmen rechnet im laufenden Jahr mit einem Milliardenverlust.

Briefträger in San Francisco: Stellen in Gefahr
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Briefträger in San Francisco: Stellen in Gefahr


Washington - Die US-Postbehörde ist der zweitgrößte Arbeitgeber in den USA. Doch nun erwägt das staatliche Unternehmen die Streichung von bis zu 120.000 Stellen. Grund für den drastischen Einschnitt sind die finanziellen Schwierigkeiten von U.S. Postal Service (USPS). Dem maroden Briefdienst drohen das zweite Jahr in Folge Verluste in Milliardenhöhe.

Laut ihrem Jahresbericht hatte die Behörde Ende vergangenen Jahres 583.908 Beschäftigte. Die Post hat in den vergangenen vier Jahren schon 110.000 Stellen gestrichen und ist derzeit dabei, weitere 7.500 Jobs in der Verwaltung abzubauen. Um die Verluste einzudämmen, wird zudem erwogen, mehr als 3600 Postämter zu streichen - das wäre rund ein Zehntel der Poststellen. Besonders betroffen wären ländliche Postämter.

USPS will nicht nur mit Stellenabbau den Finanzproblemen entgegensteuern. Die Behörde will ihre Mitarbeiter auch aus den Renten- und Gesundheitsverträgen für staatliche Bedienstete herausnehmen und stattdessen ein eigenes System aufbauen.

Für alle Maßnahmen ist aber die Zustimmung des Kongresses erforderlich, zudem drohen Konflikte mit den Gewerkschaften. Im Internetzeitalter leidet die US-Post vor allem unter dem Rückgang von Briefsendungen. Zudem ging in der US-Wirtschaftskrise die Zahl von Werbebriefen zurück.

mmq/dapd



insgesamt 5 Beiträge
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Delphianer 12.08.2011
1. Marode? Warum?
Die US Post ist hocheffizient und transportiert Briefe für etwa die Hälfte was die Deutsche Post verlangt. Probleme hat sie, weil sie keine hinreichenden Investitionen machen konnte und nicht hinreichend Rückstellungen bilden konnte, weil sie schlicht und einfach zuviel Geld an den Staat abführen musste.
SirTurbo, 12.08.2011
2. Keine Macht den Titeln
Zitat von DelphianerDie US Post ist hocheffizient und transportiert Briefe für etwa die Hälfte was die Deutsche Post verlangt. Probleme hat sie, weil sie keine hinreichenden Investitionen machen konnte und nicht hinreichend Rückstellungen bilden konnte, weil sie schlicht und einfach zuviel Geld an den Staat abführen musste.
Und weil sie jährlich rechnen muss. Verluste und Überschüsse können nicht gegengerechnet werden. Überschüsse kassiert der Staat, auf Verlusten bleibt die Post sitzen. Klassisch USA^^
hdudeck 12.08.2011
3. Wie bitte?
Zitat von DelphianerDie US Post ist hocheffizient und transportiert Briefe für etwa die Hälfte was die Deutsche Post verlangt. Probleme hat sie, weil sie keine hinreichenden Investitionen machen konnte und nicht hinreichend Rückstellungen bilden konnte, weil sie schlicht und einfach zuviel Geld an den Staat abführen musste.
In welchem Parallel Universium leben Sie? Post verschwindet, Postboten senden Mail zum Absender zurueck, Post wird eine Woche lang gesammelt (NY) und dann ausgeliefert usw usw. Im Postamt muss man mindestens ne halbe Stunde warten, der Service ist furchtbar. Wie ich sehe (sie benutzen eine dt Tastatur) leben Sie nicht in den USA. Warum glauben Sie, sind Fedex und UPS so gross. Diese sind zwar teurer, aber zumindest weiss man, dass die Mail den Empfaenger erreicht. So wie koennen Sie die USPS als hocheffizient bewerten? Mir ein Raetsel.
hokie 12.08.2011
4. ...
Zitat von hdudeckIn welchem Parallel Universium leben Sie? Post verschwindet, Postboten senden Mail zum Absender zurueck, Post wird eine Woche lang gesammelt (NY) und dann ausgeliefert usw usw. Im Postamt muss man mindestens ne halbe Stunde warten, der Service ist furchtbar. Wie ich sehe (sie benutzen eine dt Tastatur) leben Sie nicht in den USA. Warum glauben Sie, sind Fedex und UPS so gross. Diese sind zwar teurer, aber zumindest weiss man, dass die Mail den Empfaenger erreicht. So wie koennen Sie die USPS als hocheffizient bewerten? Mir ein Raetsel.
FedEx und UPS sind 'so gross', da diese die Goldrouten des Paketgeschaeftes durch guenstigere Angebote uebernehmen konnten. Da diese eben nicht eine so breite Verteilstruktur wie die USPS unterhalten muessen. Der USPS braeuchte aber genau diese Einnahmen um die Versorgung laendlicher Gebiete quer subventionieren zu koennen. Denn der USPS muss an jede gelistete Adresse bzw Zip Code liefern und das zu einheitlichen Preisen! FedEx und UPS muessen das nicht. Mein Lieblingbeispiel ist: standart Umschlag von einer beliebigen Adresse aus den lower48 nach Zip 99501. USPS < 3$ UPS >30$ bei identischer evtl schlechterer Lieferzeit von UPS! Das die Post eine Woche gesammelt wird, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, das haette aber immerhin den Vorteil nur einmal pro Woche die taeglich gelieferte Werbung wegschmeissen zu muessen; denn wer liefert in den USA die meisten Werbesendungen aus? btw eine halbe Stunde warten im Postamt, nun ja kann passieren: A sind Sie entweder nicht regelmaessig auf einem Postamt, den dann wuessten Sie wann optimalere Zeiten sind (ist aehnlich wie beim DMV oder Treasurer; passiert halt mal) oder B schicken sie allgemein nicht sonderlich viel Post; Pakete und ihre verkuendeten Vorurteile sind daher nix weiter als heisse Luft Wer geht heute eigentlich noch zum Postoffice, ausser man braucht einen neuen Reisepass?! Wenn Sie einen sehr hohen Paket, Postumsatz haben koennte man aehnlich wie bei den privaten Unternehmen eine Abholung von ihrer Adresse (idR Arbeitsplatz) vereinbaren. Als Privater koennen Sie weiterhin ihre aufzugebenden Pakete beim LeasingOffice, Property Management, Hausverwaltung abgeben, diese reichen es dann an den Postboten weiter, dies geschieht meistens direkt nachdem diese die Pakete von den Bewohnern angenommen haben welche bei PostANlieferung nicht zu Hause waren. Oder aber Sie geben es (natuerlich auch ausreichend frankiert) bei Ihrem Arbeitgeber mit in die Poststelle. Anlieferung von Paketen, nun ja (sie kennen das ja angeblich) da sind die Boten hier (egal ob FedEx oder USPS etc pp) recht schmerzfrei; wenn es nicht explizit vom Aufgeber gefordert ist wird das Paket halt in die Zwischentuer oder auf die Veranda gestellt! Da Sie (nehme ich nach ihrer Argumentation zuminest an) in NYC leben , gehe ich davon aus das Sie in einem Mehrfamilienhaus mit entweder Concierge, einem zustaendigem Leasingoffice oder aehnlichem leben oder aber vielleicht ein Paketkasten neben den Briefkaesten haben... Ich habe bisher jedenfalls noch keine negativen Erfahrungen mit der USPS bzw dem Post/Paketwesen in den USA generell gemacht!
Delphianer 12.08.2011
5. Fehler passieren überall
Zitat von hdudeckIn welchem Parallel Universium leben Sie? Post verschwindet, Postboten senden Mail zum Absender zurueck, Post wird eine Woche lang gesammelt (NY) und dann ausgeliefert usw usw. Im Postamt muss man mindestens ne halbe Stunde warten, der Service ist furchtbar. Wie ich sehe (sie benutzen eine dt Tastatur) leben Sie nicht in den USA. Warum glauben Sie, sind Fedex und UPS so gross. Diese sind zwar teurer, aber zumindest weiss man, dass die Mail den Empfaenger erreicht. So wie koennen Sie die USPS als hocheffizient bewerten? Mir ein Raetsel.
.... und auch im deutschen Postamt wartet man doch oft etwas arg lang. Viel hat damit zu tun, dass die Personaldecke arg dünn gestreckt ist. Bloss, das Porto zu erhöhen ist politisch nicht durchsetzbar. Das fördert wiederum Privatisierungsbestrebungen, etc. - auch natürlich Konkurrenz wie FedEx, die verlangenen äber einen Premiumpreis ("they charge like a wild bull") und sind ebenso fehlerbehaftet. Ich habe jetzt aber keine große Lust, eine Bestandsaufnahme über das US Postwesen zu verfassen. Das wäre Aufgabe des Journalisten gewesen - wenn er von einem verantwortungsvollen Verleger dafür bezahlt wird. Was die Umlaute anbelangt, da sollten sie, wenn sie Windows verwenden, aus "US International Keyboard" umschalten (das ist keine Hardware, sondern eine Einstellung die Serienmässig mit Windows kommt) dann können sie das auch. 1A User wie ich erstellen ihr eigenes Keyboard-Layout mit dem kostenlosen Programm "Microsoft Keyboard Layout Creator", dann gehen auch Sachen wie ñãôéœ etc. ganz leicht. Dazu braucht man allerdings Grips - nachjaulen von paläoliberalen Phrasen reicht dazu nicht.
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