McKinsey und Co. Bundesregierung zahlt deutlich mehr für externe Berater

Die Bundesregierung hat 2016 laut einem Medienbericht rund 100 Millionen Euro für Unternehmensberater ausgegeben - eine Steigerung um 165 Prozent. Das meiste Geld soll an McKinsey geflossen sein.
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Foto: Daniel Karmann/ picture alliance / dpa

Die Ausgaben der Bundesregierung für externe Berater sind laut "Bild"-Zeitung im vergangenen Jahr auf 101 Millionen Euro angestiegen. Das sind 63 Millionen oder 165 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Blatt unter Berufung auf einen Bericht des Bundesfinanzministeriums berichtet.

Am meisten gab demnach das Bundesinnenministerium aus, nämlich 47 Millionen Euro. Davon seien allein 34 Millionen unter anderem an die Unternehmensberatung McKinsey geflossen, um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bei der Bewältigung der Asylverfahren schneller und effizienter zu machen.

Ähnlich teuer sei die juristische und technische Beratung im Zuge der Einführung der Pkw-Maut durch das Verkehrsministerium gewesen: Dort wurden dem Blatt zufolge 2016 31,3 Millionen Euro für externe Beratung ausgegeben. Im Finanzministerium waren es 16,2 Millionen, im Verteidigungsministerium - ohne Berücksichtigung der hohen Beratungskosten bei Rüstungsprojekten der Bundeswehr - 2,9 Millionen.

Das Justizministerium zahlte 2,8 Millionen Euro für Hilfe von externen Firmen, das Wirtschaftsministerium 2,2 Millionen Euro. Etwa gleichauf lagen die Kosten beim Entwicklungsministerium (1,7 Millionen Euro), im Auswärtigen Amt (1,7 Millionen Euro) im Kanzleramt und im Landwirtschaftsministerium (je 1,5 Millionen Euro)

Der Grünen-Haushaltsexperte Tobias Lindner rügte einen "schlechten Umgang mit Steuergeld". Es sei "gefährlich, wenn in Ministerien Entscheidungen durch Unternehmensberater getroffen werden", sagte er der "Bild"-Zeitung. Der Bundesrechnungshof hatte die Bundesregierung bereits im Herbst vergangenen Jahres für teure Beraterverträge kritisiert.

Dem Bericht zufolge kam einzig das Umweltministerium ohne externe Berater aus, das Familienministerium gab mit 0,1 Millionen Euro mit am wenigsten aus.

nck/dpa