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Internationaler Vergleich Deutsche zahlen weltweit am zweitmeisten für Medikamente

Die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente liegen in Deutschland offenbar weit über dem internationalen Durchschnitt. Das zeigt ein Preisvergleich für Prozac, Viagra und andere Präparate in 50 Ländern.
Der Preis für Lipitor-Pillen liegt in Deutschland rund 256 Prozent über dem globalen Durchschnitt

Der Preis für Lipitor-Pillen liegt in Deutschland rund 256 Prozent über dem globalen Durchschnitt

Foto: SCOTT OLSON/ AFP

Verschreibungspflichtige Medikamente sind in der Bundesrepublik vergleichsweise teuer. Das ergibt eine Analyse  der britischen Healthtech-Firma Medbelle. Für seine Untersuchung hat das Unternehmen die Preise von 13 weit verbreiteten Medikamenten in 50 Ländern verglichen. Am teuersten sind diese demnach in den USA, am zweitteuersten in der Bundesrepublik.

Insgesamt hätten die Preise für die 13 Beispielmedikamente in Deutschland rund 126 Prozent über dem internationalen Durchschnitt gelegen, hieß es. Bei einzelnen Präparaten war die Differenz zum Durchschnitt laut Studie noch einmal deutlich höher:

  • Das Psychopharmaka Xanax etwa, das unter anderem zur Behandlung von Panikattacken eingesetzt wird, liegt demnach in Deutschland gut 187 Prozent über dem internationalen Durchschnittspreis.
  • Beim Medikament Ventolin, das unter anderem gegen Asthma eingesetzt wird, seien es sogar knapp 273 Prozent.
  • Das Präparat Liptor, das den Cholesterinspiegel senkt, koste 257 Prozent mehr als in den Vergleichsländern.
  • Das Potenzmittel Viagra liege rund 82 Prozent über dem internationalen Durchschnitt.

In den USA sind die Medikamentepreise laut Studie noch horrender. Hier liegt das Medikament Liptor demnach sogar 2176 Prozent über dem internationalen Durchschnitt. Beim Antidepressivum Prozac seien es fast 2125 Prozent.

Medbelle teilt mit, man wolle mit der Studie eine Diskussion anstoßen, wie stark sich Kosteneffizienz und Zugänglichkeit von teils lebenswichtigen Medikamenten in verschiedenen Ländern unterscheiden.

Die Autoren gehen in ihrer Analyse allerdings nicht darauf ein, dass die durchschnittliche Kaufkraft in Ländern wie Deutschland natürlich höher ist als in Staaten wie Malaysia, Kenia oder Thailand, die ebenfalls in der Studie untersucht wurden. Auch Zuzahlungen der Krankenkassen für Medikamente werden nicht berücksichtigt.

ssu