Umfrage Mehrheit der Bevölkerung sorgt sich wegen Altersarmut

Die Angst vor Altersarmut hat deutlich zugenommen: Einer Erhebung zufolge bangen 56 Prozent der Bundesbürger um ihre Absicherung im Rentenalter - mehr als jeder Vierte hat deswegen große Sorgen.
Rentnerin in Hamburg

Rentnerin in Hamburg

Foto: Malte Christians/ DPA

Keine andere Sorge hat für die Deutschen so sehr an Bedeutung gewonnen wie die Angst vor Altersarmut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Ernst & Young zum Verbrauchervertrauen. Demnach ist mehr als jeder zweite Bundesbürger beunruhigt über eine mangelnde Absicherung im Rentenalter. 27 Prozent der Befragten machen sich der Umfrage zufolge große Sorgen, 29 Prozent sind leicht besorgt. Das seien zusammen 18 Prozentpunkte mehr als noch 2017.

Für die Erhebung wurden im November des vergangenen Jahres 1000 Verbraucher in Deutschland befragt. Dabei wurde deutlich, dass die heutigen Rentner ihre finanzielle Situation im Vergleich zu den jüngeren Generationen deutlich negativer bewerten. Nur jeder dritte Verbraucher über 65 ist mit seiner finanziellen Situation zufrieden. Und nur sechs Prozent gehen davon aus, dass sich ihre Situation 2019 verbessert - die mit Abstand niedrigsten Werte unter allen Befragten.

Auffällig ist auch: Es sind vor allem männliche Gutverdiener mittleren Alters, die aktuell zufrieden sind mit ihrer wirtschaftlichen Situation: Von den Befragten mit einem Jahreseinkommen von mehr als 70.000 Euro (netto) äußern sich 77 Prozent positiv über ihre wirtschaftliche Lage - wer hingegen weniger als 25.000 Euro im Jahr verdient, ist deutlich kritischer: In dieser Gruppe sind gerade einmal 26 Prozent der Befragten zufrieden.

Frauen sind unzufriedener als Männer

Deutlich ist auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen: Nur 38 Prozent der weiblichen Befragten sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden, aber 47 Prozent der Männer.

Insgesamt beurteilt die große Mehrheit der Befragten (89 Prozent) die eigene finanzielle Lage zum Jahresende 2018 positiv oder neutral - nur elf Prozent der Deutschen sind mit ihrer wirtschaftlichen Situation unzufrieden. Das sind allerdings etwas mehr als im vergangenen Jahr, als nur acht Prozent ihre Lage negativ beurteilten. Und auch die generellen Aussichten haben sich geringfügig eingetrübt: Der Anteil der Bürger, die optimistisch in die Zukunft blicken, sinkt von 83 auf 80 Prozent.

Deutsche wollen beim Geldausgeben vorsichtiger sein

Ein Grund dafür könnte die Skepsis gegenüber der konjunkturellen Entwicklung sein. So gehen nur 14 Prozent der Bundesbürger von einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland im Jahr 2019 aus, während immerhin 26 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen.

Dazu passt auch, dass die Befragten ihre Ausgaben 2019 tendenziell zurückschrauben wollen. Insbesondere bei Unterhaltungselektronik (etwa Smartphones und Tablets), größeren Einzelanschaffungen (etwa Autos oder Küchen) sowie Haus- und Wohnungsrenovierungen wollen sie weniger ausgeben. Nur in den Kategorien Urlaub und Lebensmittel sollen die Ausgaben den Angaben zufolge unter dem Strich steigen.

Im Video: Altersarmut - Lebensabend als Überlebenskampf

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