Euro-Blüten Mehr Falschgeld in Deutschland

Die Bundesbank hat in der ersten Jahreshälfte mehr Falschgeld aus dem Verkehr gezogen. Das lag auch am Wettlauf zwischen Fälschern und Behörden.

Ist der echt? Prüfung eines 50-Euro-Scheins (Archiv)
Andreas Arnold / DPA

Ist der echt? Prüfung eines 50-Euro-Scheins (Archiv)


In Deutschland ist erneut mehr Falschgeld im Umlauf. Rund 27.600 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 1,6 Millionen Euro zogen die Behörden im ersten Halbjahr 2019 aus dem Verkehr, teilte die Bundesbank mit. Dies sei ein Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2018.

"Für das zweite Halbjahr 2019 erwarten wir sinkende Falschgeldzahlen, da die Ermittlungsbehörden jüngst bedeutende Erfolge gegen internationale Fälscherringe erzielen konnten", sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann.

Dass zwischenzeitlich mehr Fälschungen auftauchten, erklärt die Bundesbank damit, dass Geldfälscher bereits produzierte Blüten schneller auf den Markt werfen, sobald die Notenbanken ihrerseits eine überarbeitete Banknote in Umlauf bringen. So gibt es seit Ende Mai neue 100- und 200-Euro-Scheine - und prompt stieg in Deutschland die Zahl der Hunderter-Fälschungen.

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So sehen sie aus: Neue Hunderter und Zweihunderter

Die mit Abstand am häufigsten gefälschte Banknote ist der Fünfziger - sowohl in Deutschland (65 Prozent Anteil) als auch in Europa (54 Prozent). Sein Anteil am Gesamtaufkommen aller Blüten sank allerdings auf 65 Prozent, während es im zweiten Halbjahr 2018 noch rund 72 Prozent waren. Zudem wurden rund 19.800 Falschmünzen aufgegriffen, nach etwa 16.100 im zweiten Halbjahr 2018. Rund 87 Prozent davon waren falsche Zwei-Euro-Stücke.

Weniger Blüten in Europa

In Europa geht die Zahl gefälschter Banknoten tendenziell zurück. Rund 251.000 Euro-Blüten zogen Polizei, Handel und Banken in Europa im ersten Halbjahr 2019 aus dem Verkehr, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Das waren 16,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und 4,2 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2018.

Der Schaden sank auf 13,5 Millionen Euro. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es 17,4 Millionen Euro, im zweiten Halbjahr 2018 dann 14 Millionen Euro.

So oder so ist es relativ unwahrscheinlich, eine falsche Banknote untergejubelt zu bekommen: In Deutschland kommen sieben Fälschungen auf 10 000 Einwohner. Im europäischen Schnitt sind es 15. Dennoch sollten Verbraucher genau hinschauen: Falschgeld wird nicht ersetzt.

kko/Reuters/dpa



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