Mehr Staatsanleihen als China USA werden größter US-Gläubiger

China galt lange als größter Gläubiger der USA - doch damit ist es offenbar vorbei. Denn im Kampf gegen die Rezession kauft die amerikanische Notenbank massenweise Staatsanleihen der eigenen Regierung. Laut einem Pressebericht besitzt sie nun mehr US-Papiere als der Angstgegner aus Fernost.

Zentrale der Fed: Die US-Zentralbank kauft in großem Stil Staatsanleihen auf
AFP

Zentrale der Fed: Die US-Zentralbank kauft in großem Stil Staatsanleihen auf


Washington - Die amerikanische Notenbank kauft massenweise US-Staatsanleihen, um so gigantische Geldsummen in die Märkte zu pumpen. Das Ziel: ein Comeback der Rezession verhindern. Nun hat diese Konjunkturmaßnahme einen überraschenden Nebeneffekt: Laut einem Pressebericht besitzen die USA mittlerweile mehr US-Staatsanleihen als China. Bisher galt die Volksrepublik als größter Gläubiger Amerikas.

Insgesamt habe die US-Zentralbank Fed ihren Bestand an Bonds und Geldmarktpapieren auf 1108 Milliarden Dollar aufgestockt, berichtet die "Financial Times". China hält demnach nun Papiere im Wert von 896 Milliarden Dollar, Japan im Wert von 877 Milliarden Dollar. Die Fed werde ihren Vorsprung weiter ausbauen, sagte der Währungsstratege Richard Gilhooly von TD Securities der Zeitung. "Bis Juni wird die Fed Bonds im Wert von rund 1600 Milliarden Dollar angesammelt haben, womit sie fast so viele Papiere wie China und Japan zusammen halten würde."

Der Kauf der Papiere ist Teil der sogenannten quantitativen Lockerung. Mit dieser Strategie versucht die Fed, zusätzliches Geld in die Märkte zu pumpen. Eingriffe über den Leitzins sind den Zentralbankern nicht mehr möglich, da dieser bereits bei 0 bis 0,25 Prozent liegt. Dennoch erholt sich die US-Wirtschaft nur langsam, die Arbeitslosigkeit liegt noch immer bei fast zehn Prozent.

Die Abhängigkeit von China als Gläubiger sorgt in den USA seit längerem für politische Diskussionen. Sollte China seine Bonds geballt auf den Markt werfen, würde dies die USA in schwere Turbulenzen stürzen.

dab/Reuters

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insgesamt 14 Beiträge
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soundscape 02.02.2011
1. Wieso?
"Sollte China seine Bonds geballt auf den Markt werfen, würde dies die USA in schwere Turbulenzen stürzen." Wieso eigentlich? Die kann die Fed dann doch einfach auch aufkaufen und fertig. Man müsste dafür vielleicht noch ein paar Dollars drucken - aber juckt das die USA? Bisher nicht im geringsten...
hilfloser, 02.02.2011
2. Dieses Defizit
bekommen die USA nie nie nie mehr in den Griff! Mit unabsehbaren Folgen für den Rest der Welt, besonders wohl für die EU und China. Ich befürchte das wir Europäer noch ganz böse erwachen werden, wenn der US Amerikanische Finanzmarkt vollends kollabiert. Bei den weltweiten Vernetzungen der Geldströme werden gerade wir Deutschen mit in den Strudel gerissen werden. Dann müßen wir nicht nur Europa Rest retten, sondern die gesamte westliche Welt. Fangen wir also schon mal an zu sparen, bzw. die Sozialkosten und Löhne zu drücken, da ist noch jedemenge Luft für Kürzungen. Besonders bei den Löhnen sehe ich noch viel Spielraum, schließlich sind erst 7 Mio. Menschen Arbeitslos oder Aufstocker, also etwa noch 30 Mio. vollkommen überbezahlt und überversorgt. Und haben wir Deutschen nicht etwa 3.5 Billionen auf der Hohen Kante? Da muß doch ranzukommen sein Frau Merkel!
chrissuennen 02.02.2011
3. Die FED löst das Problem!
Zitat von soundscape"Sollte China seine Bonds geballt auf den Markt werfen, würde dies die USA in schwere Turbulenzen stürzen." Wieso eigentlich? Die kann die Fed dann doch einfach auch aufkaufen und fertig. Man müsste dafür vielleicht noch ein paar Dollars drucken - aber juckt das die USA? Bisher nicht im geringsten...
Genau so ist es, Die Notenbank druckt USD und das Problem ist "gelöst". So gesehen löst die Inflation die Verschuldung der USA. IRONIE OFF
ukw 02.02.2011
4. .
Zitat von soundscape"Sollte China seine Bonds geballt auf den Markt werfen, würde dies die USA in schwere Turbulenzen stürzen." Wieso eigentlich? Die kann die Fed dann doch einfach auch aufkaufen und fertig. Man müsste dafür vielleicht noch ein paar Dollars drucken - aber juckt das die USA? Bisher nicht im geringsten...
Heutzutage braucht man nicht mehr drucken. Wofür gibt es denn den Computer mit Flieskomma (IEEE 754r) Ohne PC wäre dieses Tollhaus gar nicht möglich! Also einfach die gewünschte Summe eingeben und *[Enter]* Diese Lösung ist viel umweltschonender, bei einer Währungsreform muss man nicht einmal mehr die Gesamte Summe Papiergeld entsorgen. Das Münzgeld war in der Vergangenheit schon öfters mal mehr wert, als geprägt war. darum der *Run* auf die Plastikkarten ;)
Tostan 02.02.2011
5.
Zitat von soundscape"Sollte China seine Bonds geballt auf den Markt werfen, würde dies die USA in schwere Turbulenzen stürzen." Wieso eigentlich? Die kann die Fed dann doch einfach auch aufkaufen und fertig. Man müsste dafür vielleicht noch ein paar Dollars drucken - aber juckt das die USA? Bisher nicht im geringsten...
Motto: Lieber Inflation als Rezession, koste es was es wolle. "Typisch" USA, denn die haben(im Gegensatz zu Deutschland) noch keine eigenen Erfahrungen mit einer Hyperinflation. Der größte Schrecken ist dort eher eine Deflation wie in der Weltwirtschaftskrise ab 1929. Sie haben ja auch recht, Deflation ist viel schlimmer als Inflation, vorallem wenn man Schulden hat bis über die Ohren und gleichzeitig die Leitwährung kontrolliert ;)
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