Mercosur-Abkommen Schulze fordert Zertifizierung für brasilianisches Fleisch

In Brasilien brennt der Regenwald, und Präsident Bolsonaro unternimmt fast nichts dagegen. Bundesumweltministerin Schulze will nach SPIEGEL-Informationen deshalb das Mercosur-Abkommen nachbessern.

Rinderzucht in Brasilien: "Schwer zu ertragen"
Paulo Santos / REUTERS

Rinderzucht in Brasilien: "Schwer zu ertragen"


Bundesumweltministerin Svenja Schulze schlägt vor, die Nachhaltigkeitsregeln des Freihandelsabkommens Mercosur zwischen der Europäischen Union und lateinamerikanischen Staaten um ein Zertifizierungssystem für Fleisch zu ergänzen.

"Soja und Rindfleisch sollten nur dann importiert werden dürfen, wenn die Produktion nachweislich nicht dem Regenwald schadet", sagte die SPD-Politikerin dem SPIEGEL. "Es ist schwer zu ertragen, dass die EU Sojakraftfutter und Rindfleisch aus Gegenden importiert, wo Regenwald gerodet oder verbrannt wurde."

In Brasilien brennen seit Wochen große Flächen des Amazonas. Präsident Jair Bolsonaro geht dagegen bislang nur halbherzig vor.

Schulzes Vorschlag ist im Vergleich zu anderen Reaktionen noch moderat. Verschiedene EU-Staaten haben sich komplett gegen eine Ratifizierung des Mercosur-Vertrags ausgesprochen, um den Druck auf Bolsonaro zu erhöhen.

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insgesamt 75 Beiträge
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Seite 1
Benjowi 31.08.2019
1. Solche Ansätze sind gut gemeint, aber sinnlos
Zitat:"Soja und Rindfleisch sollten nur dann importiert werden dürfen, wenn die Produktion nachweislich nicht dem Regenwald schadet" Offensichtlich sind unsere Politiker in keinster Weise lernfähig. Solche Zertifikate sind das Papier und die Aufkleber nicht wert, auf dem sie gedruckt werden. Das hat schon in Asien mit der Palmölgewinnung nicht funktioniert. Die Lieferanten liefern dann im besten Fall aus den kontrollierten Gebieten nach Europa und leiten den Rest munter in andere Weltgegenden um. die sich darum nicht kümmern. Im schlechteren Fall werden die Zertifikate einfach gefälscht. Im Übrigen sieht man den Waren in keinster Weise an, wo und wie sie genau erzeugt wurden.
immerfroh 31.08.2019
2.
Warum nicht zuerst deutsches oder europäisches Fleisch zertifizieren. Die Haltungsbedingungen und der Raubbau an der Umwelt sind in Deutschland nicht gerade vorzeigbar. Mit dem Finger auf andere zeigen ist eigentlich das Kerngeschäft der Populisten, will sich Frau Schulze da einreihen ?
parhornung 31.08.2019
3.
Und Schulze geht davon aus, daß diese Zertifikate nicht geschönt oder gefälscht werden? Das kann man doch kaum nachprüfen? Diese Zaghaftigkeit! Oder Angst? Klar ist doch: das Klima wird für die Lebewesen der Erde immer lebensbedrohlicher; jetzt ist energisches Handeln angesagt! Jetzt ist die Zeit, mit einer Stimme zu protestieren! Schulzes Aufbegehren ist lächerlich.
fubsan 31.08.2019
4. Zertifizierung
Denn das klappt ja so gut mit dem durch die Agrarmafia illegal gefälltem und trotzdem zertifizierten Holz. Da muss sich eine Umweltministerin doch denken: Machen wir es doch gleich auch beim Fleisch so!
räbbi 31.08.2019
5.
Kein Thema, wir zertifizieren alles weg, was nicht bei drei auf dem Baum ist - incl. Passbild und Klauenabdruck des entsprechenden Rindviehs zu jedem Steak in dreifacher Ausführung. Man reiche mir Papier und Stempel. Das wird sowas von wasserdicht transparent werden...oder wie so schon auf dem Wisch von der HU steht: "zum Zeitpunkt der Untersuchung keine erkennbaren Mängel" Ja, du mich auch.
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