Freihandel Mexiko will unabhängiger von den USA werden

US-Präsident Donald Trump will das Freihandelsabkommen Nafta neu verhandeln. Partner Mexiko plant für die neue Zeit: Das Land will unabhängiger von den USA werden.
Enrique Peña Nieto (Archiv)

Enrique Peña Nieto (Archiv)

Foto: CARLOS JASSO/ REUTERS

Die mexikanische Regierung will sich von Donald Trump nicht einschüchtern lassen. Mexiko werde seine wirtschaftlichen Beziehungen diversifizieren, sagte Präsident Enrique Peña Nieto in einer außenpolitischen Grundsatzrede am Montag.

Das nordamerikanische Land werde sein Verhältnis zu Argentinien und Brasilien stärken, das Freihandelsabkommen mit der EU modernisieren und bilaterale Verträge mit asiatischen Ländern schließen, sagte der Präsident.

Mexiko ist wirtschaftlich eng mit den USA verbunden. 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die Vereinigten Staaten. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern beträgt über 500 Milliarden Dollar, viele internationale Firmen produzieren in Mexiko für den US-Markt.

Trump hält die Handelsbeziehung für unvorteilhaft und will das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) mit Mexiko und Kanada neu verhandeln. Am Montag kündigte er bereits das Transpazifische Freihandelsabkommen (TPP) auf. Am Mittwoch werden Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo und Außenminister Luis Videgaray in Washington erwartet. Auf der Agenda dürfte dabei auch Nafta stehen.

Die mexikanische Regierung will hart verhandeln. "Wenn es Aktionen gibt, die Importe in die USA bestrafen und US-Exporte fördern, müssen wir über Gegenmaßnahmen nachdenken", sagte Guajardo in einem am Montag veröffentlichten Interview der Zeitung "El Universal". Trump hatte angekündigt, in Mexiko gefertigte Produkte von US-Unternehmen mit Strafzöllen zu belegen.

Peña Nieto erinnerte daran, dass die beiden Länder voneinander abhängig seien. "Den Vereinigten Staaten nutzt es, wenn es Mexiko gut geht und Mexiko nutzt es, wenn es den USA gut geht", sagte er. Der Präsident trifft Trump am 31. Januar. Dabei wird es auch um die Grenzmauer gehen, die der Republikaner bauen lassen will, um die Migration aus Mexiko einzudämmen.

cvo/dpa/Reuters
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