Mieses Rating EZB akzeptiert keine griechischen Anleihen mehr als Sicherheit

Standard & Poor's hat Griechenland für teilweise zahlungsunfähig erklärt. Ein technischer Vorgang mit großen Konsequenzen: Die Europäische Zentralbank akzeptiert nun vorerst keine Staatsanleihen aus Athen mehr als Sicherheit. Das belastet vor allem Geschäftsbanken.

Griechische Flaggen: Kampf gegen die Schuldenkrise
dapd

Griechische Flaggen: Kampf gegen die Schuldenkrise


Hamburg - Die Herabstufung war angekündigt, dennoch schlägt sie Wellen: Die Rating-Agentur Standard & Poor's hatte Montagnacht einen teilweisen Zahlungsausfall bei Griechenland festgestellt. Das ist zunächst ein technischer Vorgang, der mit dem bevorstehenden Schuldenschnitt zusammenhängt. Private Gläubiger sollen ihre aktuellen Staatsanleihen gegen neue mit längerer Laufzeit eintauschen und dem Land dabei rund die Hälfte seiner Schulden erlassen. Gelingt das, will Standard & Poor's das Land wieder hochstufen.

Dennoch hat der technische Vorgang Konsequenzen: Er wirkt sich direkt auf die Refinanzierungsmöglichkeiten von Geschäftsbanken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) aus. Der EZB-Rat habe beschlossen, vorübergehend griechische Staatsanleihen sowie von Griechenland garantierte Wertpapiere nicht mehr als Sicherheiten für Kredite zu akzeptieren, teilte die Notenbank am Dienstag in Frankfurt am Main mit.

Das dürfte vor allem griechische Banken treffen, die besonders viele Griechenland-Anleihen halten. Üblicherweise können diese bei der EZB als Pfand für Kredite hinterlegt werden.

Die EZB will die Griechen dennoch weiter mit frischem Geld versorgen. Zunächst soll der Mittelbedarf über die Notfall-Liquiditätslinien des Euro-Systems gewährleistet werden. Im Prinzip könnten griechische Anleihen schon Mitte März wieder als Sicherheiten genutzt werden, teilte die EZB mit - vorausgesetzt, der Schuldenschnitt gelingt.

Gewaltiges Rettungspaket

Der Schuldentausch ist integraler Bestandteil eines umfassenden Rettungspakets, auf das sich die Finanzminister der Euro-Zone in der Nacht zum Dienstag vergangener Woche verständigt hatten. Durch dieses soll der Schuldenstand des Landes von derzeit 160 Prozent der Wirtschaftsleistung auf 120,5 Prozent im Jahre 2020 sinken.

Außer dem Schuldenschnitt sieht das Paket neue Hilfen für Athen in Höhe von 130 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014 vor. Griechenland muss im Gegenzug für diese Hilfen unter anderem Renten und Mindestlöhne kürzen, streng regulierte Märkte öffnen und mehr wirtschaftliches Wachstum generieren. Zudem wird auf einem Sperrkonto - also außerhalb der Verfügungsgewalt der griechischen Regierung - Geld gelagert, mit dem künftig Zinsen und Tilgungen für Staatsanleihen gezahlt werden.

Die privaten Gläubiger haben bis zum 9. März Zeit, sich an dem Schuldenschnitt zu beteiligen. An diesem Tag soll die Maßnahme abgeschlossen werden. Der Schuldenschnitt soll dann am 12. März erfolgen. Der deutsche Bundestag hatte das neue Rettungspaket am Montag abgesegnet.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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idealist100 28.02.2012
1. Was habe ich
Zitat von sysopdapdStandard & Poor's hat Griechenland für teilweise zahlungsunfähig erklärt. Ein technischer Vorgang mit großen Konsequenzen: Die Europäische Zentralbank akzeptiert nun vorerst keine Staatsanleihen aus Athen mehr als Sicherheit. Das belastet vor allem Geschäftsbanken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,818001,00.html
Was habe ich gestern im Bundestag gehört. Von den 107 Mrd. der privaten Gläubiger (Banken HFetc.) sind schon 85 Mrd. sozialisiert also dem Steuerzahler geschenkt bzw. verkauft worden. Toller Verlust für die Banken 20 Mrd. bei geschätzen Zinsgewinnen von 60 Mrd.
einiglu 28.02.2012
2. der Zahltag naht
laut herumschwirrenden Infos im Netz ist ab dem 20.3. Schicht im Schacht ... Es wird zu einem nicht nur Selective Default kommen sondern der ganze Laden wird zusammenbrechen .. Ob wir dann mit untergehen wird sich dann noch zeigen... Sollte Israel in Kürze den Iran einen Besuch abstatten geht es alles noch einen Tick schneller .. Das letzte Hindernis = Werden die USA vorher informiert oder nicht wurde ja nun aus dem Weg geräumt. Dies wird ein sehr sehr schlimmes Jahr werden. Nur unsere Regierung scheint ja auf allen Augen und Ohren taub zu sein und bereitet das Land nicht mal ansatzweise auf die kommenden Ereignisse vor.... Nichts sehen nichts hören nichts sagen ....
james-100, 28.02.2012
3.
Zitat von idealist100Was habe ich gestern im Bundestag gehört. Von den 107 Mrd. der privaten Gläubiger (Banken HFetc.) sind schon 85 Mrd. sozialisiert also dem Steuerzahler geschenkt bzw. verkauft worden. Toller Verlust für die Banken 20 Mrd. bei geschätzen Zinsgewinnen von 60 Mrd.
Was glauben Sie denn, warum langsam aber sicher über eine Insolvenz G nachgedacht wird. Die Risiken bzw Verluste wurden beim Steuerzahler abgeladen und jetzt heisst es für Merkel und Co den Zockern und Finanzhaien nochmals zusätzliche Gewinne über die CDS zu ermöglichen. selbstredend erneut auf Kosten der Normalbürger , weil die Versicherungen dann mit Steuergeldern gerettet werden müssen, bzw Verträge bei einer möglichen Pleite verlustig gehen. Und dann müssen natürlich noch die Sozialhaushalte massiv zusammen gestrichen werden, um die Verluste finanzieren zu können. Der Wahnsinn hat Methode. Nur diejenigen, die profitieren, werden es weiterhin leugnen.
paoloDeG 28.02.2012
4.
Zitat von sysopdapdStandard & Poor's hat Griechenland für teilweise zahlungsunfähig erklärt. Ein technischer Vorgang mit großen Konsequenzen: Die Europäische Zentralbank akzeptiert nun vorerst keine Staatsanleihen aus Athen mehr als Sicherheit. Das belastet vor allem Geschäftsbanken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,818001,00.html
Standard & Poor's ist von den Europäer kritisiert worden! Warum die EZB nach den Richtlinien dieser Rating-Agentur handelt!? Die EZB lässt sich doch von Rating-Agenturen beeinflussen! Tiefe Veränderungen in der EU sind also nötig! Ordnung und Arbeit sollen Platz in allen Ländern der EU finden! Die EU-Kommission, das EU-Parlament, die EZB und die Regierungen der EU-Ländern sind unfähig Krisen vorauszusehen und zu verhindern! Und obwohl die Krisen so ersichtlich sind, alle die Europäische Institutionen sind nicht in der Lage erfolgreich dagegen zu kämpfen! Das Schiff Europa treibt herrenlos, obwohl eine Gruppe von Kapitäne gleichzeitig das Ruder fest in den Händen haben! So geht's nicht weiter! Folglich, anstatt die EU Kommission und das EU Parlament, ich sollte EU President sein !
lupenrein 28.02.2012
5. ............
Zitat von james-100Was glauben Sie denn, warum langsam aber sicher über eine Insolvenz G nachgedacht wird. Die Risiken bzw Verluste wurden beim Steuerzahler abgeladen und jetzt heisst es für Merkel und Co den Zockern und Finanzhaien nochmals zusätzliche Gewinne über die CDS zu ermöglichen. selbstredend erneut auf Kosten der Normalbürger , weil die Versicherungen dann mit Steuergeldern gerettet werden müssen, bzw Verträge bei einer möglichen Pleite verlustig gehen. Und dann müssen natürlich noch die Sozialhaushalte massiv zusammen gestrichen werden, um die Verluste finanzieren zu können. Der Wahnsinn hat Methode. Nur diejenigen, die profitieren, werden es weiterhin leugnen.
EZB akzeptiert keine GR-Anleihen als Sicherheit mehr. Das bedeutet im Klartext; GR-Anleihen sind wertlos. Damit hat nun auch das EZB die Insolvenz Griechenlands bestätigt. Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone steht also unmittelbar bevor.
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