Wohnkosten Jeder achte Mieter war bereits 2021 finanziell überlastet

Gas, Öl und Strom waren im vergangenen Jahr noch vergleichsweise günstig – doch für viele Mieter bereits kaum zu bezahlen. Vor allem bei Singles ist das Polster für weitere Kostensteigerungen klein.
Neubaugebiet in Berlin-Adlershof: Mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte wohnt zur Miete

Neubaugebiet in Berlin-Adlershof: Mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte wohnt zur Miete

Foto: Jochen Eckel / IMAGO

Bereits vor der Energiepreiskrise war rund jeder achte in einer Mietwohnung lebende Mensch in Deutschland mit seinen Wohnkosten überlastet. Das ergibt eine Auswertung des Statistischen Bundesamts, die sich auf Daten aus dem Jahr 2021 bezieht. Überlastung bedeutet demnach, dass sämtliche Ausgaben fürs Wohnen einschließlich der zuletzt stark gestiegenen Energiekosten mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens verbrauchen. Das war im vergangenen Jahr bei 12,8 Prozent der Mieter und Mieterinnen der Fall. Für die Gesamtbevölkerung betrug der Wert 10,7 Prozent.

Im Schnitt gaben die Menschen 23,3 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus, bei Mietern waren es sogar 27,6 Prozent. Am stärksten belastet waren laut den amtlichen Statistikern mietende Einpersonenhaushalte, die im Schnitt 35,4 Prozent ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen aufbringen mussten. Vergleichsweise geringe Kosten hatten hingegen kinderlose Paare mit 23,7 Prozent.

Vor allem gering verdienende Haushalte litten schon vor dem starken Anstieg der Preise für Gas, Öl und Strom unter dem Kostendruck. Im unteren Einkommensfünftel lebte im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel (36,2 Prozent) der Menschen in einem ständig finanziell überlasteten Haushalt.

Mit einem Mieteranteil von 50,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung liegt Deutschland europaweit an der Spitze. Nur wenige Länder wie Österreich mit 45,8 Prozent oder Dänemark mit 40,8 Prozent erreichen ähnlich hohe Werte. Das hat in diesen Ländern einen hohen Einfluss der Kaltmieten auf die Inflation zur Folge. Sie stiegen in Deutschland von 2015 bis 2021 um 8,5 Prozent und damit etwas langsamer als sämtliche Verbraucherpreise.

fdi/dpa
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