Mieten Zahl der Sozialwohnungen sank 2017 um 49.000

In Deutschland fällt jedes Jahr eine große Zahl von Wohnungen aus der Sozialbindung. Bund und Länder hätten die Pflicht, für Nachschub zu sorgen, bleiben jedoch untätig. Die Grünen fordern einen Kurswechsel.
Sozialwohnungen in Hannover: Nach einer bestimmten Zeit aus der Bindung

Sozialwohnungen in Hannover: Nach einer bestimmten Zeit aus der Bindung

Foto: imago/ Rust

In Deutschland ist die Zahl der Sozialwohnungen zuletzt um mehrere Zehntausend gesunken. So gab es zum Jahresende 2017 knapp 49.000 weniger Sozialwohnungen als noch ein Jahr zuvor. Das geht aus jüngsten Zahlen hervor, die das Bundesinnenministerium an den Bundestag meldete.

In Berlin sind die Zustände besonders schlimm. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften schufen im vergangenen Jahr nur halb so viele Sozialwohnungen wie ihre Pendants im viel kleineren Hamburg. Im Saarland entstand im gleichen Zeitraum nicht eine einzige neue Sozialwohnung. Obwohl der Bedarf in der strukturschwachen Region groß ist, existierten dort lediglich 530 Wohnungen dieser Art.

Bei Sozialwohnungen in Deutschland sind die Mieten staatlich reguliert. Nur Menschen, bei denen die Behörden einen besonderen Bedarf sehen, dürfen dort wohnen. Allerdings fallen Wohnungen nach einer bestimmten Zeit aus der Bindung und können normal am Markt vermietet werden. Sofern nicht im gleichen Umfang neue Sozialwohnungen gebaut werden, sinkt ihre Zahl.

"Die Lage beim sozialen Wohnungsbau ist dramatisch", sagte der wohnungspolitische Sprecher der Grünenfraktion, Chris Kühn. "Ich kann nicht verstehen, dass die Bundesregierung angesichts des immer stärkeren Rückgangs an Sozialwohnungen die Mittel im nächsten Jahr um ein Drittel kürzen will." Kühn forderte einen Kurswechsel: "Nach dem Motto: Einmal gefördert, für immer gebunden. Die soziale Zwischennutzung auf Kosten der Mieter und zum Wohl von Investoren muss ein Ende haben."

mik/dpa-AFX
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.