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"Mietenmove" in Hamburg: Mietenwahnsinn stoppen

Foto: Markus Scholz/dpa

"Mietenmove" in Hamburg Tausende demonstrieren gegen steigende Mietpreise

In Hamburg haben Tausende für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. Die Mieten in der Hansestadt gehören zu den teuersten in Deutschland - und auch 2019 wird sich daran wohl nichts ändern.

8,62 Euro pro Quadratmeter: So viel Miete mussten Hamburger im Jahr 2018 durchschnittlich für ihre Wohnungen zahlen. Damit gehören Mietwohnungen in der Hansestadt mit zu den teuersten in ganz Deutschland. Das ist Wahnsinn, finden viele - und gingen am Samstag beim "Mietenmove" auf die Straße.

Die Demonstration unter dem Motto "Mietenwahnsinn stoppen" startete am Hamburger Rathaus in der Innenstadt und zog weiter bis zu den Landungsbrücken. Bemalte Wagen und hupende Traktoren gehörten zu der bunten, friedlichen Parade mit lauter Musik.

Die Polizei sprach von 3000 Teilnehmern, die Veranstalter von rund 6000. Steffen Jörg vom Netzwerk "Recht auf Stadt" , das die Demonstration mitorganisierte, hatte im Vorfeld mit rund 8000 Protestierenden gerechnet.

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"Mietenmove" in Hamburg: Mietenwahnsinn stoppen

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Senat soll Wohnungspolitik radikal ändern

Die Organisatoren  verlangen vom rot-grünen Senat eine radikale Umkehr in der Stadtentwicklungspolitik. Sie wollen unter anderem mehr Schutz vor Mieterhöhungen, ein großangelegtes kommunales Wohnungsbauprogramm und mehr Sozialwohnungen mit unbefristeter Mietpreisbindung. Auf der Facebookseite  fordern sie eine gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik.

Die Politik des Senats sei "größtenteils Augenwischerei", sagte Jörg im Interview mit der "taz" . "Der Senat rühmt sich sehr damit, 10.000 Wohnungen im Jahr neu zu bauen - allein: Das sind keine günstigen Wohnungen." Er bezeichnete die Mietpreisbremse demnach als "stumpfes Schwert". In den letzten fünf Jahren seien laut dem Mietenspiegel zwei Drittel des Wohnungssegmentes von unter sechs Euro Miete pro Quadratmeter nettokalt weggefallen. "Und die Hälfte der Wohnungen zwischen sechs Euro und 6,50 sind ebenfalls weggefallen", sagte er.

Selbst nach jahrelangem Immobilienboom hat sich der Anstieg der Mieten zuletzt ungebremst fortgesetzt, besonders in den sieben größten deutschen Städten. Im bundesweiten Vergleich landet Hamburg auf Platz 13 der teuersten Städte Deutschlands. Auf Platz eins bis drei: Karlsfeld, München und Stuttgart mit Nettokaltmieten bis zu 10,62 pro Quadratmeter.

Auch für 2019 warnt der Deutsche Mieterbund vor weiter steigenden Mieten. Gerade in Großstädten klafften Angebot und Nachfrage nach wie vor auseinander. Denkbar sei nur, dass sich in den extrem hochpreisigen Städten der Preisanstieg verlangsamt, da Mieten dort nicht mehr bezahlbar seien.

kry/dpa