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Energie Mieter und Autofahrer sollen entlastet werden

aus DER SPIEGEL 33/2021
Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Um die Kosten der Klimawende zu verringern, plädiert das ZEW Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung dafür, Autofahrer und Mieter weniger stark zu belasten als geplant. Nach den derzeitigen Minderungszielen der EU dürfen 2030 lediglich 61 Prozent des CO2-Ausstoßes aus dem Verkehrs- und Gebäudesektor kommen, der Rest entfiele auf Industrie und Energiewirtschaft. Bliebe es dabei, so zeigt eine ZEW-Modellrechnung, müsste der CO2-Preis auf Diesel oder Heizöl im nächsten Jahrzehnt auf über 300 Euro pro Tonne steigen. Dabei wäre es viel billiger, den Kohlendioxid-Ausstoß in der gewerblichen Wirtschaft zu reduzieren, argumentiert das Institut. Würde das erlaubte CO2-Budget dort auf 25 Prozent des Gesamtausstoßes reduziert, stiege der Kohlendioxidpreis im Verkehrs- und Gebäudesektor auf lediglich 100 bis 150 Euro pro Tonne. Für Industrie und Stromwirtschaft betrüge er dann der ZEW-Kalkulation zufolge 70 bis 90 Euro je Tonne. Volkswirtschaftlich würden sich die Kosten der Klimawende damit von 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 1,5 Prozent vermindern – eine Ersparnis von mehr als 35 Milliarden Euro pro Jahr. Die nächste Bundesregierung solle sich deshalb dafür einsetzen, die Gewichte bei der Klimawende zu verschieben, heißt es in einem ZEW-Papier mit »Empfehlungen zur Wirtschaftspolitik« in der kommenden Legislaturperiode.

msa
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