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Deutscher Wohnungmarkt: Hier steigen die Mieten am stärksten

Foto: Patrick Seeger/ picture-alliance/ dpa

Wohnungsmarkt Mieterbund warnt vor rasantem Preisanstieg in Großstädten

Wohnen in Deutschlands Großstädten wird immer teurer: Neue Mieter müssen laut einer Studie teilweise 40 Prozent mehr zahlen als vor Ort üblich. Nun verlangt der Mieterbund eine gesetzliche Deckelung.

Hamburg/München - Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat vor Preisexzessen in Deutschlands Großstädten gewarnt. Gerade bei neuen Verträgen seien die Mieten einer Untersuchung des DMB zufolge stark gestiegen - teilweise liegen sie um mehr als 40 Prozent über der Durchschnittsmiete am Ort. Nun müsse die Politik handeln.

"Die hohen Neuvermietungsmieten von heute sind also die Vergleichsmieten von morgen", folgert DMB-Präsident Franz-Georg Rips. Besonders in Universitätsstädten unterscheidet sich das aktuelle Mietniveau laut DMB von der Durchschnittsmiete. In Frankfurt am Main müssten Bewohner fast ein Drittel (30 Prozent) mehr bezahlen als dort ortsüblich sei. Noch extremer sei die Situation in Konstanz: In der Stadt nahe der schweizerischen Grenze beträgt die Differenz ganze 44 Prozent. Der derzeit angebotene Quadratmeterpreis liegt damit rund drei Euro über dem bestehenden Preis.

Den Grund für die Entwicklung sieht der DMB in einer Gesetzeslücke. Beim Abschluss eines neuen Vertrags könnten die Vermieter die Preise nahezu nach Belieben festsetzen. Die Konsequenz daraus sei, dass Wiedervermietungen deutlich über den bestehenden Preisen erfolgen. Der DMB fordert daher eine Obergrenze von maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Damit unterstützt der Mieterbund vier Monate vor der Bundestagswahl entsprechende Gesetzespläne der SPD.

DMB kritisiert neue Kappungsgrenzen-Regelung

Auch bei dem Anfang Mai in Kraft getretenen Mietrechtsänderungsgesetz sieht der DMB Verbesserungsbedarf. Die Neuregelung ermöglicht den Landesregierungen, für Städte mit gefährdeter Wohnungsversorgung den maximalen Anstieg der Mieten von bisher 20 auf 15 Prozent zu senken. "Die neue Kappungsgrenzen-Regelung hat einen Geburtsfehler", sagte Rips. Sie müsse für alle Städte in allen Bundesländern gelten. "Wir halten es für falsch, dass es in das Belieben der Länder gestellt wird, ob und für welche Städte sie die Kappungsgrenze senken wollen."

Die neue Kappungsgrenze löse darüber hinaus das Problem auf den engen Wohnungsmärkten nicht, sagte Rips. Laut Einschätzung des DMB fehlen schon heute 250.000 Wohnungen, und die Situation werde sich noch verschärfen: Zwar würden pro Jahr schätzungsweise 65.000 bis 70.000 neue Wohnungen in der Bundesrepublik gebaut. Dies sei aber viel zu wenig. Im Jahr 2025 würden voraussichtlich bereits eine Million Mietwohnungen in Deutschland fehlen.

DMB-Präsident Rips richtete deshalb einen Appell an die Politiker: "Wir brauchen deutlich mehr Wohnungsneubau, vor allem Wohnungen im mittleren und unteren Preissegment, mehr Mietwohnungen und mehr Sozialwohnungen." Konkret forderte er jährlich 140.000 bis 150.000 neue Wohnungen.

Differenz von Bestands- und Angebotsmieten 2012 in 15 Städten Deutschlands

Stadt Bestandsmiete (2012 Euro/m2 Angebotsmiete 2012 (Euro/m2 Differenz (Euro) Differenz (Prozent)
Konstanz 6,93 10,00 3,07 44
Regensburg 6,19 8,40 2,21 36
Heidelberg 7,05 9,50 2,45 35
Mainz 6,87 9,00 2,13 31
Frankfurt am Main 7,72 10,00 2,28 30
Dachau 7,97 10,10 2,13 27
München 9,75 12,30 2,55 26
Freiburg i. Br. 7,48 9,30 1,82 24
Düsseldorf 7,11 8,80 1,69 24
Hamburg 7,42 9,10 1,68 23
Tübingen 7,79 9,40 1,61 21
Stuttgart 8,03 9,20 1,17 15
Berlin 5,83 6,60 0,77 13
Wiesbaden 7,60 8,50 0,90 12
Köln 7,91 8,70 0,79 10
Quelle: F+B Mietspiegelindex 2012
mmo
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