Milliardärsreport Vermögen der Superreichen schrumpft

Die Wirtschaftskrise kommt auch bei Superreichen an. Laut einer Studie ging das Vermögen der Milliardäre weltweit zurück - wohlhabende Deutsche sind besonders betroffen.

Yacht-Show in Monaco
Eric Gaillard/ REUTERS

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Die schwächelnde Konjunktur sowie internationale Handelskonflikte belasten auch die Reichsten der Reichen. Erstmals seit fünf Jahren schrumpft das Gesamtvermögen der Milliardäre weltweit - auch die deutschen Superreichen verfügen über weniger Vermögen. Das geht aus Berechnungen der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Großbank UBS hervor.

Das weltweite Gesamtvermögen der Milliardäre schrumpfte demnach 2018 um 4,3 Prozent auf 8,5 Billionen Dollar. Im Jahr zuvor war mit 8,9 Billionen Dollar eine Rekordsumme erreicht worden. Mit 1,4 Billionen Dollar war der Zuwachs damals so hoch wie noch nie zuvor.

Nun aber fiel auch die Zahl der Superreichen - von 2158 Männern und Frauen 2017 auf 2101. Probleme bereitete den Milliardären laut dem Report unter anderem der Zollstreit zwischen den USA und China. Außerdem sind viele Superreiche Unternehmer und damit von Aufträgen ihrer Firmen abhängig, die unter der Konjunktureintrübung leiden.

Langfristig betrachtet können sich die Reichsten der Welt aber kaum beklagen: Über die vergangenen fünf Jahre ist ihr Vermögen um mehr als ein Drittel gewachsen - auch dank des Börsen- und Immobilienbooms. Zum Vergleich: Die für 2018 berechnete Summe von 8,5 Billionen Dollar ist umgerechnet in Euro immerhin mehr als doppelt so hoch wie die gesamte Wirtschaftsleistung Deutschlands in einem ganzen Jahr. Sie belief sich 2018 auf knapp 3,4 Billionen Euro.

Börsen-Boom federt Verluste ab

Für den Report hat UBS zusammen mit PwC die Daten von 2101 Milliardären in 43 Ländern ausgewertet. Zusammen entspricht das den Angaben zufolge einer 98-prozentigen Abdeckung des weltweiten Vermögens von Milliardären. Zur weiteren Vertiefung führten die Autoren eigenen Angaben zufolge Dutzende Interviews mit Kundenberatern und Milliardären selbst. Beim Vermögen wurden neben Bankeinlagen auch Immobilien, Aktien und Firmenvermögen berücksichtigt.

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In Deutschland - nach den USA und China das Land mit den meisten Milliardären der Welt - verkleinerte sich dem Report zufolge der Kreis der Superreichen auf 114 - neun weniger als zuletzt. Ihr Gesamtvermögen schrumpfte zudem stärker als im internationalen Vergleich. Laut UBS-Chefanlagestratege Maximilian Kunkel hat das folgende Gründe:

  • Gerade das verarbeitende Gewerbe - etwa die Automobil- und Maschinenbaubranche - leide besonders unter dem Handelskonflikt zwischen den USA und China. "Und wir sehen auch, dass ein Großteil der Milliardäre in Deutschland von dem verarbeitenden Gewerbe abhängig ist und entsprechend hier besonders hart getroffen wurde"
  • 2018 seien aufgrund der "fehlenden Innovationskraft und Risikobereitschaft" nur vier Unternehmer in den Klub der Milliardäre aufgestiegen. In den USA werde deutlich stärker in technologische Innovation investiert. Auch die Chinesen seien offener für unternehmerisches Risiko
  • Der starke Dollar wirkte sich ebenfalls negativ auf die Position der Deutschen im Ranking aus. Da die Vermögen in der amerikanischen Währung bewertet wurden, schrumpften ihre Vermögen durch die Umrechnung von Euro zu Dollar.

Allerdings besitzen Milliardäre hierzulande dem Report zufolge immer noch rund 501 Milliarden Dollar. Um die damit einhergehende gesellschaftliche Ungleichverteilung des Reichtums abzumildern, hatte die SPD im Sommer Eckpunkte für eine Wiederbelebung der Vermögensteuer vorgestellt. Unter Unternehmern gab es dagegen teils heftigen Widerstand.

Lesen Sie hier: Debatte über Vermögensteuer - Das Klagelied der armen Reichen

Kunkels Prognose für das laufende Jahr könnte Skeptiker nun argumentativ stützen: "Die Kernelemente, die letztes Jahr zu einem Rückgang geführt haben bei Anzahl und Vermögen der Milliardäre, haben sich teilweise auch dieses Jahr wieder negativ ausgewirkt." Unterstützend hinzugekommen sei 2019 allerdings die Stärke an Börsen, wo die Aktien in den vergangenen Wochen immer höher kletterten - "das sollte wenigstens einen Teil hiervon aufwiegen".

apr/dpa



insgesamt 73 Beiträge
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Seite 1
rz231 08.11.2019
1. eine Runde Mitleid.
mehr mag ich dazu nicht sagen.
shrufu 08.11.2019
2. Milliardäre
"Langfristig betrachtet können sich die Reichsten der Welt aber kaum beklagen"...
die_WahrheitXXL 08.11.2019
3. was für eine Kampagne
Das soll jetzt bewiesen, dass die Regierung Merkel immer die hilflosen Superreichen schröpft und es wie Robin Hood den Armen gibt? Nach der erbrachten Leistung wurde unter Merkel das Vermögen der Superreichen locker verdreifacht. Wenn es jetzt um 2 Euro abnimmt sollte das nicht allzu sehr ins Gewicht fallen
chinawoman 08.11.2019
4. Da bekomme ich ja Nachts kein Auge mehr zu bei solchen Nachrichten
57 Superreiche weniger auf dieser Erde... die sind aber jetzt nicht arm, sondern nur noch schwerreich... mein tiefstes Mitgefühl.
shaboo 08.11.2019
5. Als ob sich ...
... das Vermögen der Superreichen auf den Cent genau ermitteln ließe. Vielleicht sind die einfach nur mal wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen und haben neue Steuerschlupflöcher und -sparmodelle gefunden, mit deren Hilfe sie sich wieder ein Stück ärmer rechnen konnten.
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