Milliardenbetrüger US-Börsenaufsicht räumt Fehler im Fall Madoff ein

Schweres Versagen der US-Behörden: Die Börsenaufsicht SEC ist jahrelang vor den Machenschaften des Milliardenbetrügers Bernard Madoff gewarnt worden - gehandelt hat sie nicht.

SEC-Chefin Schapiro: Aus den Fehlern gelernt
AP

SEC-Chefin Schapiro: Aus den Fehlern gelernt


Boston/New York - Sechs Warnhinweise innerhalb von sechs Jahren - und nichts ist passiert: Die US-Börsenaufsicht (SEC) hat schwerwiegende Versäumnisse im Fall Bernard Madoff eingeräumt. Trotz einer ganzen Reihe von konkreten und detaillierten Hinweisen auf ein mögliches Fehlverhalten sei Madoffs Geschäftsgebaren nur unzureichend überprüft worden, stellte SEC-Inspekteur David Kotz in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht fest.

Dies lag laut dem Chefinspekteur vor allem daran, dass die Kontrollen von einem "relativ unerfahrenen" Team übernommen wurden und "mangelhaft vorbereitet" waren. Nach seinen Angaben hatte die SEC bereits 1992 erste Hinweise erhalten. Es habe sich jedoch kein Anhaltspunkt dafür ergeben, dass Mitarbeiter der SEC von Madoff oder seiner Familie beeinflusst worden seien.

SEC-Chefin Mary Schapiro erklärte, die Börsenaufsicht habe "zahlreiche Gelegenheiten verpasst, den Betrug aufzudecken". Sie habe jedoch daraus gelernt und eine Reihe von Maßnahmen zum besseren Investorenschutz eingeführt. Dazu zähle auch der Einsatz von besser ausgebildeten Mitarbeitern.

Madoff hatte sich im März schuldig bekannt, ein gigantisches Schneeballsystem betrieben zu haben. Damit soll er Anleger um 65 Milliarden Dollar geprellt haben. Ende Juni wurde er zu einer Haftstrafe von 150 Jahren verurteilt.

yes/dpa/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.