Millionen-Panne KfW-Bank legt Streit mit Ex-Vorstand gegen Geld bei

Eine millionenschwere Überweisungspanne brachte der KfW vor drei Jahren Spott ein. Nun hat die Bank ein Kapitel in dem peinlichen Fall geschlossen. Sie einigte sich mit einem mutmaßlich beteiligten Manager - er soll laut einem Bericht eine hohe Abfindung erhalten.


Frankfurt am Main - Er soll an einer Millionenpanne mitgewirkt haben - und wird nun laut einem Bericht mit einer hohen Abfindung verabschiedet: Die staatliche Bank KfW hat sich nach jahrelangem Streit mit dem fristlos entlassenen Vorstandsmitglied Peter Fleischer geeinigt.

Der Manager wurde für eine skurrile Panne der Bank mitverantwortlich gemacht. Die KfW hatte am Morgen des 15. September 2008 noch kurz nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers 320 Millionen Euro an das Institut überwiesen. Der KfW-Verwaltungsrat aus Bund und Ländern hatte deshalb die Vorstandsmitglieder Fleischer und Detlef Leinberger entlassen.

Fleischer hatte gegen die Kündigung geklagt. Ein KfW-Sprecher bestätigte am Freitag, dass die Bank einen Vergleich mit dem Manager geschlossen habe, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Die "Welt" berichtete, Fleischer erhalte eine sechsstellige Einmalzahlung sowie später eine Pension.

Manager sah entscheidende Fehler bei anderen Mitarbeitern

Laut der Zeitung warf die Bank ihm vor, nicht genug Vorkehrungen getroffen zu haben, um die Fehlüberweisung zu verhindern. Fleischer habe dies zurückgewiesen und argumentiert, die entscheidenden Fehler seien an anderer Stelle in der Bank gemacht worden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens bei Lehman erhielt die KfW später wieder 200 Millionen Euro zurück. Das Frankfurter Finanzinstitut war nach der Panne von der "Bild"-Zeitung als "dümmste Bank Deutschlands" verspottet worden.

Mit dem ehemaligen Vorstand Leinberger hatte sich die KfW Ende 2010 auf einen Vergleich geeinigt. Er hatte damals keine Abfindung erhalten und verzichtet auf Teile seiner vertraglichen Gehalts- und Versorgungsansprüche, um einen Ausgleich auf den entstandenen Schaden zu leisten. Leinberger hatte damit jedoch nicht eingeräumt, den Schaden verursacht zu haben.

mmq/dapd



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