Grüne Berufe Erntehelfer starten mit Mindestlohn von gut sieben Euro

Für mehr als 300.000 Erntehelfer in Deutschland gilt ab 2015 ein Mindestlohn. Die Arbeitgeber der "Grünen Berufe" kommen der gesetzlichen Regelung zuvor und müssen deshalb zunächst deutlich weniger zahlen als 8,50 Euro.
Spargelernte in Brandenburg: "Ein gutes Stück zukunftsfester"

Spargelernte in Brandenburg: "Ein gutes Stück zukunftsfester"

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Frankfurt/Kassel - In der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau gilt ab kommendem Jahr ein tariflicher Mindestlohn von 7,40 Euro im Westen und 7,20 Euro im Osten. Das haben die Gewerkschaft IG BAU und die Arbeitgeberverbände am Donnerstagabend in Kassel beschlossen. In den Branchen arbeiten insgesamt rund 750.000 Beschäftigte.

Mit der Tarifeinigung werden die Löhne schrittweise an den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro herangeführt, den der Bundestag am Donnerstag beschlossen hatte. Die Tarifparteien nutzen dabei die Anpassungszeit bis Ende 2017, die das Mindestlohngesetz erlaubt. Die Löhne steigen weiter auf 8,00 Euro West und 7,90 Euro Ost zum Jahresbeginn 2016, bundeseinheitlich 8,60 Euro Anfang 2017 und 9,10 Euro ab 1. November 2017.

Mit der Einigung würden die Branchen "ein gutes Stück zukunftsfester" aufgestellt, sagte der IG-BAU-Verhandlungsführer Harald Schaum. Das Ergebnis sei ein für beide Seiten vertretbarer Kompromiss.

Laut dem Geschäftsführer der land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände, Burkhard Möller, ist der Abschluss zwar besser als die gesetzliche Alternative. Sonst hätten 2015 gleich 8,50 Euro bezahlt werden müssen und 2017 um die 8,80 Euro. Sein Verband sei aber weiter davon überzeugt, dass der Mindestlohn auf Dauer massive Produktionsrückgänge bringen werde.

Direkt betroffen sind Möller zufolge fast nur die etwa 320.000 Saisonarbeiter. Die festen Beschäftigten lägen meist ohnehin über der Mindestlohngrenze. Bei den Saisonarbeitern werde es einen deutlichen Abbau geben und in der Folge mehr Importe aus Rumänien, Polen oder Griechenland.

Die IG BAU hatte den Mindestlohn begrüßt: "Geschäftsmodelle, die auf Dumpinglöhnen und Ausbeutung der Beschäftigten basieren, dürfen keine Chance haben", sagte Gewerkschaftschef Robert Feige.

dab/dpa
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