Gewerkschaften und Arbeitgeber Mindestlohn soll alle zwei Jahre steigen

Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich auf eine regelmäßige Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns geeinigt. BDA-Präsident Ingo Kramer und DGB-Chef Reiner Hoffmann sprachen sich für eine Anhebung alle zwei Jahre aus.

Arbeitsagentur in Leipzig: Zehn bis zwölf Euro mehr im Monat
DPA

Arbeitsagentur in Leipzig: Zehn bis zwölf Euro mehr im Monat


Berlin - Der gesetzliche Mindestlohn soll nach dem Willen von Arbeitgebern und Gewerkschaften erstmals Anfang 2017 - und damit ein Jahr früher als vorgesehen - erhöht werden. Danach soll er regelmäßig alle zwei Jahre entsprechend der Entwicklung der Tariflöhne steigen. Auf diesen Vorschlag verständigten sich Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer und der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann, wie beide Organisationen am Dienstag in Berlin bestätigten.

"Erhöhungen des Mindestlohns sollen sich alle zwei Jahre nach den vergangenen Tarifsteigerungen richten", sagte Kramer zudem der "Bild"-Zeitung. Allerdings bestehe in dieser Frage noch keine Einigkeit mit Arbeitsministerin Andrea Nahles. "Da müssen wir beide noch Überzeugungsarbeit leisten."

Mit ihrem Vorschlag weichen beide Seiten vom Gesetzentwurf der Bundesregierung ab, über den an diesem Donnerstag erstmals der Bundestag debattiert. Bislang ist vorgesehen, dass der für Anfang 2015 geplante gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro frühestens Anfang 2018 angehoben wird - dann allerdings jährlich. BDA und DGB setzen nun darauf, dass der Bundestag den Gesetzentwurf ihren Vorstellungen entsprechend ändert.

Das Gesetz über den Mindestlohn sieht die Einrichtung einer Mindestlohnkommission mit Vertretern der Tarifparteien und der Bundesregierung vor. Hoffmann forderte in dem Zusammenhang auch eine Debatte über die Qualität von Arbeit.

"Wenn wir Produkte mit hoher Qualität wollen, müssen wir uns beim Konsum auch fragen, was uns die Arbeit dafür wert ist", sagte Hoffmann der Zeitung. "Geiz ist alles andere als geil." Wegen des Mindestlohns dürften die Preise vor allem in Dienstleistungsbranchen wie dem Gaststätten- oder Friseurgewerbe steigen.

ssu/AFP/Reuters

insgesamt 9 Beiträge
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artusdanielhoerfeld 03.06.2014
1. Was haben denn...
...Gewerkschaften und Arbeitgeber mit dem Mindestlohn zu schaffen? ich denke, der wurde und wird von der Regierung festgelegt?
pace335 03.06.2014
2. Das ist garnicht so schlecht, wenn sich die Erhöhungen nach den Tarifanpassungen richten,
dann bin ich so in 20 auf Mindestlohnniveau und profitier auch davon.
torte111 03.06.2014
3. Qualität kostet Geld!
Vollkommen richtig, ich kann nicht einerseits 1 kg Schweinefleisch für 1,99 EUR erwarten und dann beim nächsten Fleisch-Skandal derjenige sein, der am lautesten seine Empörung zum Ausdruck bringt. Und es kann eben auch nicht sein, dass vollzeitbeschäftigte Frisösen oder Kellnerinnen am Monatsende beim Amt aufstocken müssen. Aus dem Mindestlohn evtl. resultierende Preissteigerungen müssen dann eben als fair (von allen!) akzeptiert werden,
XaverUnsinnig 03.06.2014
4. Natürlich streitet man sich noch über die Höhe der....
Steigerung ! Händeringend wird nach einer Einigung, ob 5 oder 10 Cent pro Stunde gesucht, da der Standort "D" dadurch höchst gefährdet----Ironie aus !
Michael200669 03.06.2014
5.
Zitat von torte111Vollkommen richtig, ich kann nicht einerseits 1 kg Schweinefleisch für 1,99 EUR erwarten und dann beim nächsten Fleisch-Skandal derjenige sein, der am lautesten seine Empörung zum Ausdruck bringt. Und es kann eben auch nicht sein, dass vollzeitbeschäftigte Frisösen oder Kellnerinnen am Monatsende beim Amt aufstocken müssen. Aus dem Mindestlohn evtl. resultierende Preissteigerungen müssen dann eben als fair (von allen!) akzeptiert werden,
Mein Gott zeig mir ein Laden wo man für 1,99 Euro 1 KG Schweinefleisch bekommt. Denn gibt es nicht, also hören sie auf, hier mit falschen Preisen zu taktieren. Das nervt einfach nur noch. Selbst Mett kostet im Durchschnitt über 4 Euro, was in DM Zeiten knapp 8 DM waren.
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