Bezahlbare Mieten München will von Unternehmen mehr Werkswohnungen verlangen

In keiner deutschen Metropole sind Wohnungen derart teuer und knapp wie in München. Nun will die Stadt Unternehmen in die Pflicht nehmen: Wer Werkswohnungen baut, soll bevorzugt behandelt werden.
Münchner Zentrum

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Foto: Joerg Koch/ Getty Images

Selbst für Normalverdiener sind die Mieten in München kaum zu bezahlen - vorausgesetzt, es gibt überhaupt eine freie Wohnung. Denn die Nachfrage übersteigt das sehr knappe Angebot bei weitem, und der starke Zuzug in die bayerische Landeshauptstadt verschärft das Problem zunehmend. Für Familien mit Kindern, insbesondere Alleinerziehende, sowie Menschen mit niedrigen Einkommen ist bezahlbarer Wohnraum extrem schwierig zu finden.

Angesichts dieser Wohnungsnot will die Stadt München nun Unternehmen dazu bewegen, mehr Werkswohnungen zu bauen. Die Betriebe sollten die eigenen Grundstücke daraufhin prüfen, ob hier Potenzial für Wohnungsbau gesehen werde, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) laut einer Mitteilung der Stadt. In einem Gespräch, zu dem Reiter ins Rathaus geladen hatte, schlug er Vertretern von Firmen auch vor, eng mit Münchner Genossenschaften zu kooperieren oder sogar eigene Genossenschaften zu gründen.

Reiter setzt außer auf unverbindliche Anregungen offenbar auch auf handfeste Anreize: Wer ein Konzept für Mitarbeiterwohnungen anbiete, dem könne die Stadt bei der Ausweisung und Genehmigung von Gewerbe entgegenkommen. Zudem könnten Werkswohnungen bei der Vergabe städtischer Gewerbegrundstücke als neues Kriterium eingeführt werden - im Klartext: Städtischen Grund soll nur noch bekommen, wer sich zum Wohnungsbau verpflichtet.

Noch sind das allerdings lediglich Pläne. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung will noch vor der Sommerpause eine Beschlussvorlage zum Werkswohnungsbau in den Stadtrat einbringen.

Der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) begrüßte den Vorstoß des Münchner Oberbürgermeisters. Dem Verband gehören nach eigenen Angaben 476 sozial orientierte Wohnungsunternehmen in Bayern an. Eine sehr große Hürde für den Bau von Werkswohnungen sei allerdings das Steuerrecht, kritisierte der VdW. Hier müsse die Bundesregierung klare steuerliche Rahmenbedingungen schaffen. Vermieter müssten derzeit die ortsübliche Vergleichsmiete ansetzen und nicht die tatsächlichen Kosten. Und bei Mietern werde die Werkswohnung als geldwerter Vorteil besteuert.

fdi/dpa-AFX
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