Seltsame Münzen auf Pazifikstaat Niue Das macht zwei Micky Maus, bitte

Der kleine Pazifikstaat Niue hat Münzen mit den Konterfeis von Disney-Stars prägen lassen - wie zuvor bereits von Darth Vader und Luke Skywalker.

AFP/NEW ZEALAND MINT/DISNEY

Sydney - Auf der kleinen Pazifikinsel Niue können die Einwohner seit Kurzem mit Donald-Duck- und Micky-Maus-Münzen zahlen. Der Mini-Staat hat bei der neuseeländischen Münzanstalt Silber- und Goldstücke prägen lassen, die Disneys berühmte Comicfiguren präsentieren. Mit den Münzen kann tatsächlich bezahlt werden, versichert der Chef der Münzanstalt, Simon Harding.

Es ist nicht das erste Mal, dass Niue Popkultur zu Geld macht. Vor drei Jahren gab die Insel Star-Wars-Münzen heraus, im vergangenen Jahr nutzte es Figuren aus der britischen Science-Fiction-Serie Dr. Who. Und anlässlich der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton druckte Niue Briefmarken, die eher unfreiwillig für Furore sorgten - sie waren so perforiert, dass man Bräutigam und Braut zwangsläufig entzweite.

Pikant war dieser Fauxpas auch deswegen, weil Niue durch ein Assoziierungsabkommen mit Neuseeland verbunden ist und die britische Queen als Staatsoberhaupt hat. Aus diesem Grund ziert die Rückseite der Micky-Maus- oder Goofy-Münzen das Konterfei von Königin Elizabeth II. (Hier sehen Sie Bilder der seltsamen Münzen und Marken von Niue.)

Donald Duck in sieben Minuten ausverkauft

Mit den Münzen will Niue nicht nur seine Einnahmen aufbessern. Der kleine Inselstaat mit nur 1400 Einwohnern, 2400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland gelegen, hofft zudem, bekannter und dadurch für Touristen interessanter zu werden. Nominal haben die Münzen einen Wert von bis zu 25 Niue-Dollar (15 Euro). Allerdings ist der Sammlerwert um ein Vielfaches höher. Denn Liebhaber und Comic-Freunde reißen sich Harding zufolge geradezu um das Hartgeld.

Als etwa vor kurzem 1000 Donald-Duck-Münzen aus jeweils einer Unze Silber auf den Markt kamen, waren sie binnen sieben Minuten ausverkauft. Die 25-Dollar-Goldmünze mit dem ganzen Disney-Clan auf der Rückseite ging für umgerechnet knapp 800 Euro pro Stück weg. Im nächsten Monat dann sollen 28 Disney-Münzen aus einem Kilogramm Gold auf den Markt kommen.

fdi/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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tyskie 13.10.2014
1. Danke! :)
Besser kann man nicht zeigen, dass Geld keinen Wert besitzt.
filos eleftherias 13.10.2014
2. Geldmacherei
Ist doch schön, wenn ein kleines Territorium oder ein ebenso kleiner Staat durch Sammlerleidenschaft Geld scheffeln kann, wie es ja seit Jahrzehnten auf dem Briefmarken- und Numismatikmarkt üblich ist; zumindest wenn das eingenommene Geld sinnvoll investiert wird, was freilich ein frommer Wunsch ist. Stilistisch finde ich die bunten Comicfiguren auf Silbermünzen sogar sehr schön, so komisch sich diese Idee auch erstmal anhört.
ddrbewohner 13.10.2014
3. Neid
Das kann man neidisch sehen, dass sogar kleine Staaten ihr eigenes Geld haben - sie werden uns aber wohl noch mehr voraus haben.
jasmin.deneke87 13.10.2014
4. Die brauchen dringend den Euro!
Unnötige Beschränkungen müssen Touristen und Weltwirtschaft hinnehmen, nur weil ein winziges Eiland sein eigenes Ding durchziehen will. Das ist nicht hinnehmbar. Bitte, liebe Politiker: zwingt Niue, den Euro einzuführen. Hier habt ihr doch auch den Bevölkerungswillen ignoriert und rumänische Gehälter, deutsche Lebenshaltungskosten, griechische Staatsschulden zu Gunsten von Fantastilliardären eingeebnet. Da werdet ihr doch sicher vor einem viel kleineren Pazifikstaat nicht Halt machen. Und eins noch: wenn hier einer eine Micky-Maus-Währung hat und sich beim Bezahlen vorkommt wie Onkel Donald, dann wir.
Beinlausi 13.10.2014
5. Aha.
Zitat von jasmin.deneke87Unnötige Beschränkungen müssen Touristen und Weltwirtschaft hinnehmen, nur weil ein winziges Eiland sein eigenes Ding durchziehen will. Das ist nicht hinnehmbar. Bitte, liebe Politiker: zwingt Niue, den Euro einzuführen. Hier habt ihr doch auch den Bevölkerungswillen ignoriert und rumänische Gehälter, deutsche Lebenshaltungskosten, griechische Staatsschulden zu Gunsten von Fantastilliardären eingeebnet. Da werdet ihr doch sicher vor einem viel kleineren Pazifikstaat nicht Halt machen. Und eins noch: wenn hier einer eine Micky-Maus-Währung hat und sich beim Bezahlen vorkommt wie Onkel Donald, dann wir.
Meinen nicht. Ich will den Euro immer noch behalten, genau wie Schengen und so weiter, bei allen Problemen.
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