Landflucht der Reichen Nachfrage nach britischen Luxusvillen steigt kräftig

Wer zu Hause arbeitet, braucht mehr Platz: In Großbritannien setzt ein Run auf Häuser auf dem Land ein. Vor allem Luxusimmobilien sind gefragt.
Anwesen in Oxfordshire

Anwesen in Oxfordshire

Foto: Tim Graham / Getty Images

Offenbar wollen sich britische Wohlhabende vergrößern: Im vergangenen Monat haben sich die Verkäufe von Luxus-Immobilien in Großbritannien mit einem Preis von mehr als einer Million Pfund (1,3 Millionen Dollar) im Vergleich zum Vorjahresmonat verdoppelt. Das zeigt eine Auswertung des Immobilienportals Rightmove, über die die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

Demnach werden Luxus-Immobilien derzeit viel stärker als gewöhnliche Immobilien nachgefragt: Immobilien, die weniger als eine Million Pfund kosten, kamen im August nur auf ein Plus von rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Zu Beginn des Jahres war ein viertes Schlafzimmer für Käufer ein Luxus, aber es ist jetzt ein Muss", sagte Tim Bannister von Rightmove. Es gäbe eine neue Dringlichkeit für zusätzlichen Platz, um von zu Hause aus arbeiten zu können.

Besonders ländliche Regionen sind bei den Wohlhabenden beliebt: Immobilien mit einem Preis von mehr als einer Million Pfund wurden besonders oft in Norfolk, Wiltshire und Cornwall verkauft.

Der britische Immobilienmarkt boomt derzeit, nachdem während des Lockdowns kaum Transaktionen zustande kamen und sich die Nachfrage aufstaute. Die Häuserpreise hatten zuletzt die Verluste vom Mai und Juni ausgeglichen und notieren inzwischen auf einem neuen Allzeithoch. Viele Ökonomen hatten wegen der Coronakrise sinkende Preise erwartet.

Zuletzt hatte die britische Regierung den Markt mit einer vorübergehenden Steuersenkung gestützt: Die Kaufsteuer für Immobilien (Stamp Duty) wurde teilweise von drei auf null Prozent gesenkt.

hej
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