Nebenverdienst Drei Millionen Deutsche haben einen Zweitjob

Die Zahl der Beschäftigten mit Nebenjob ist auf einen Rekordwert gestiegen. Laut "Berliner Zeitung" hatten 2013 mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland neben ihrem Hauptberuf einen Zweitjob. Seit der Wiedervereinigung hat sich die Zahl verdreifacht.

Zweitjob Putzen: Mehr als drei Millionen Menschen haben einen Nebenjob
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Zweitjob Putzen: Mehr als drei Millionen Menschen haben einen Nebenjob


Berlin/Nürnberg - Reicht die Bezahlung im Hauptjob nicht? Oder lockt einfach das zusätzliche Einkommen? Sicher ist: Die Zahl der Beschäftigten mit einem Nebenjob hat in Deutschland einen Rekordwert erreicht. Im vergangenen Jahr hatten zum ersten Mal mehr als drei Millionen Menschen neben ihrem Hauptberuf einen Zweitjob, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Demnach hat sich die Zahl der Arbeitnehmer mit einem Nebenjob seit der Wiedervereinigung mehr als verdreifacht auf zuletzt 3,02 Millionen.

Als wesentlichen Grund für den Anstieg nennt das IAB Vergünstigungen für Zweitjobs, die die Politik im Zuge der Hartz-Reformen beschlossen habe. So müssen Beschäftigte, die neben ihrem Hauptberuf einen Minijob ausüben, seit 2003 für diesen Nebenjob keine Sozialabgaben mehr bezahlen, sagte IAB-Forscher Enzo Weber der Zeitung. Eine solche "Subvention eines zweiten Jobs ist schwer nachvollziehbar", kritisierte Weber. Entlastet würden nicht nur Geringverdiener, die aus finanziellen Gründen zwei Jobs übernehmen müssen. Von der Regelung profitierten auch Gutverdiener mit einer Nebentätigkeit.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hatten zuletzt elf Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen zusätzlich einen Minijob. Bei den Männern waren es demnach sieben Prozent.

Die Zahl der Zweitjobber steigt seit Jahren stetig an. Einer früheren Studie des IAB zufolge könnte das einen unangenehmen Nebeneffekt für Menschen mit regulärer Beschäftigung haben - vor allem im Handel und im Gastgewerbe ersetzen demnach viele Minijobber reguläre Vollzeitbeschäftigte.

nck/dpa



insgesamt 124 Beiträge
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Spiegelleserin57 24.03.2014
1. kein Wunder!
Zitat von sysopDPADie Zahl der Beschäftigten mit Nebenjob ist auf einen Rekordwert gestiegen. Laut "Berliner Zeitung" hatten 2013 mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland neben ihrem Hauptberuf einen Zweitjob. Seit der Wiedervereinigung hat sich die Zahl verdreifacht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/nebenverdienst-im-minijob-drei-millionen-deutschen-haben-zweitjobs-a-960337.html
Deutschland wurde schon ein paar Mal von der EU wegen der Dumpinglöhne kritisiert. Das ist das Ergebnis! Die Binnenwirtschaft lahmt weil die Löhne zu niedrig sind. Um den Lebensstandart zu halten brauchen besonders viele Familie mehr Geld und damit einen 2. Job.
skal666 24.03.2014
2. "Gut verdienen" ist Auslegungssache
Ich habe mir auch anhören müssen ich würde gut verdienen, das ist wohl verglichen mit dem Hartz IV Satz. Aber ich habe auch schon überlegt einen Zweitjob zu machen, da ich das mit der Güte meines Verdienstes anders bewerte. Ein Verdienstwechsel durch Jobwechsel wäre aber die bessere Option. Ich habe meine Wohn-, Transport- und Lebenserhaltungskosten auf eine Weise nach unten gedrückt, die nicht auf Dauer so bleiben kann und für andere Probleme sorgt, mir aber temporär bisschen Spielraum bei den Finanzen lässt. Würde ich aber das tun, was Leute in meinem Alter tun sollten, nämlich eigene Wohnung anmieten, Auto besitzen, auch mal außerhalb Aldi einkaufen, sähe es wieder eng aus. Ich rede dabei nicht von Luxus, da bin ich erst recht nicht anzutreffen.
susiwolf 24.03.2014
3.
Ein bisschen 'Luxus' ... ein bisschen 'Notwendigkeit' ein bisschen 'Zukunftsangst' - zunehmend werden diese zusätzlichen Arbeitsverhältnisse das 'Jetzt' bestimmen ... Wer etwas weiter denkt als an heute und morgen, dem wird das Flackern der Ampel von 'grün' auf 'gelb' bald in die 'Rotphase' ins Auge stechen. ... Die nicht zu übersehende Problematik der Altersarmut; der unweigerlich eintretende Verlust der 'Abeitskraft' mit zunehmendem Alter. Es fällt schwer, sich das vorzustellen.
risc 24.03.2014
4. Genug
Deutsche haben sogar Dritt- und Viertjobs. Denk ich nur an unsere Politiker. Die armen S...
tabernakelmenetekel 24.03.2014
5. wie soll man sonst die
Stromrechnungen alias eeg umlage bezahlen?
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