Neue Eigenkapitalregeln EU will europäische Banken bevorzugen

Mit den härteren Vorschriften soll eine neue Finanzkrise verhindert werden. Doch die EU plant nun laut "Financial Times", die Basel-III-Regeln für europäische Institute aufzuweichen. Sie sollen das Kapital ihrer Versicherungstöchter stärker anrechnen können.


London - Bekommen europäische Banken ein Schlupfloch gegen die drohende härtere Regulierung? Die EU plant laut einem Zeitungsbericht eine Sonderregel, mit der die heimischen Institute Teile der internationalen Kapitalvorschriften (Basel III) umgehen könnten. Das berichtet die "Financial Times" am Freitag und beruft sich auf einen mehr als 500 Seiten umfassenden Gesetzentwurf. Demnach sollen die Institute etwa das Kapital bei Versicherungstöchtern höher bewerten dürfen. Von einer solchen Regel könnten besonders Banken mit einem großen Versicherungssparte wie etwa die Societe Generale, BNP Paribas und Lloyds profitieren.

Zudem sollen dem Bericht zufolge lockere Regeln für Hybridkapital gelten. Damit gemeint ist Kapital, das weder dem Eigen- noch dem Fremdkapital klar zugeordnet werden kann. Dazu zählen etwa Genussscheine, nachrangige Anleihen und die besonders in Deutschland verbreiteten Stillen Einlagen.

Laut Basel III sollte Hybridkapital künftig gar nicht mehr bei den Kapitalanforderungen berücksichtigt werden, da es sich in der Finanzkrise nicht als Stütze bewährt habe. Würden die EU-Sonderregeln so in Kraft treten, wäre das ein "Verstoß gegen das internationale Abkommen", zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten Regulierer. Zudem würde es die Anstrengungen, die Banken krisensicherer zu machen, unterlaufen.

Die neuen Kapitalanforderungen des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wurden Ende 2010 veröffentlicht und sollen von 2013 an in Kraft treten, um die Finanzwelt besser vor einer neuen Krise zu schützen. Die Umsetzung ist aber Sache der nationalen Regulierungsbehörden und der Europäischen Union.

In der Branche wird immer wieder Kritik laut, dass die Regeln nicht überall gleich sind und es deshalb zu Wettbewerbsverzerrungen komme. Die USA etwa setzten schon die Basel-II-Richtlinien nicht komplett um. Die Schweiz und Schweden planen hingegen noch härtere Vorschriften für ihre Institute. Mehr oder weniger unverhohlen droht deshalb etwa die Großbank UBS, zumindest einzelne Geschäftsteile aus der Schweiz zu verlegen.

cte/dpa-AFX



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Seite 1
marc0815 27.05.2011
1. warum auch - gekauft?
warum sollte man auch versuchen die nächste Finanzkrise zu verhindern. Also lassen wir die Banken weiter mit nicht vorhandenem realen Geld und Sicherheiten spekulieren und gigantische Gewine einstreichen bis die nächste Blase platzt. Der Steuerzahler zahlt das dann wieder...
irobot 27.05.2011
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Zitat von marc0815warum sollte man auch versuchen die nächste Finanzkrise zu verhindern. Also lassen wir die Banken weiter mit nicht vorhandenem realen Geld und Sicherheiten spekulieren und gigantische Gewine einstreichen bis die nächste Blase platzt. Der Steuerzahler zahlt das dann wieder...
Glaub ich nicht. Wenn die Banken wieder so einen Crash wie 2008 hinlegen, dann wird sich der gemeine Steuerzahler daran erinnern, was man für schöne Dinge mit ein paar Fackeln und Mistgabeln machen kann. Und in den USA dürfte das Teeren und Federn auch noch nicht ganz aus der Erinnerung getilgt sein.
inci 27.05.2011
3. oooo
Zitat von irobotGlaub ich nicht. Wenn die Banken wieder so einen Crash wie 2008 hinlegen, dann wird sich der gemeine Steuerzahler daran erinnern, was man für schöne Dinge mit ein paar Fackeln und Mistgabeln machen kann. Und in den USA dürfte das Teeren und Federn auch noch nicht ganz aus der Erinnerung getilgt sein.
also das glaube ich dann wiederum nicht. wenn es zu einer finanzkrise 2.0 kommt (und darauf kann man fast schon sicher wetten) wird es erneut eine rettung geben. dann werden nicht griechenland und PIIG-staaten gerettet, sondern kerneuropa. frankreich, die beneluxstaaten, österreich und deutschland. vielleicht auch england, obwohl es nicht nur eurozone gehört. dann aber wird vielleicht england unter den euro-rettungsschirm schlüpfen. das ist dann alternativlos. und zu ablenkung gibt es sicher ein paar florida-rolfs und kanada-horsts, die man dem vor wut schäumenden plebs vor die füße werfen kann. alternativ gehen auch rauchende, saufende H4-ler, die ihren kindern noch nicht mal trocken brot gönnen. damit der plebs auch weiß, wer wirklich an allem schuld ist. aber mit etwas glück kann man eine solche rettung bei kommenden fußball-EMs oder WMs durchziehen, während das volk beim public viewing verweilt.......
marc0815 27.05.2011
4. ...
Zitat von irobotGlaub ich nicht. Wenn die Banken wieder so einen Crash wie 2008 hinlegen, dann wird sich der gemeine Steuerzahler daran erinnern, was man für schöne Dinge mit ein paar Fackeln und Mistgabeln machen kann. Und in den USA dürfte das Teeren und Federn auch noch nicht ganz aus der Erinnerung getilgt sein.
da müssen noch ein par Krisen vergehen bis der gemeine detusche Steurzahler zur mistgabel greift. Die Schulden wird er damit aber leider auch nicht los, weil die Politik die vorher absegnet.
irobot 27.05.2011
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Zitat von incialso das glaube ich dann wiederum nicht. wenn es zu einer finanzkrise 2.0 kommt (und darauf kann man fast schon sicher wetten) wird es erneut eine rettung geben. dann werden nicht griechenland und PIIG-staaten gerettet, sondern kerneuropa. frankreich, die beneluxstaaten, österreich und deutschland. vielleicht auch england, obwohl es nicht nur eurozone gehört. dann aber wird vielleicht england unter den euro-rettungsschirm schlüpfen. das ist dann alternativlos. und zu ablenkung gibt es sicher ein paar florida-rolfs und kanada-horsts, die man dem vor wut schäumenden plebs vor die füße werfen kann. alternativ gehen auch rauchende, saufende H4-ler, die ihren kindern noch nicht mal trocken brot gönnen. damit der plebs auch weiß, wer wirklich an allem schuld ist. aber mit etwas glück kann man eine solche rettung bei kommenden fußball-EMs oder WMs durchziehen, während das volk beim public viewing verweilt.......
Und das wiederum glaube ich nicht. Wovon? Die USA sind fast oder faktisch pleite. Für das Vereinigte Königreich sieht es auch finster aus. Deutschland könnte vielleicht noch eine Bankenrettung stemmen, die aber nichts bringt, weil ringsherum alles zusammenkracht. Nein, so einen Kraftakt können wir nicht nochmal bewältigen. Außerdem darf man das "dumme" Volk nicht unterschätzen. Irgendwann ist Schluss und dann rappelt es im Karton. Schon vergessen? Auch wir Deutschen haben drei Revolutionen hinbekommen. Selbst die renitenten Franzosen bringen es gerade mal auf vier.
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