Streit um Beihilfen für Firmen Warum US-Ketchup wegen Boeing teurer werden könnte

Die USA und die EU werfen sich gegenseitig unzulässige Beihilfen für Airbus und Boeing vor. Nun hat die EU-Kommission eine Liste von US-Importen veröffentlicht, die sie mit Zöllen belegen will.

US-Ketchup: Könnte in der EU künftig teurer werden
AP

US-Ketchup: Könnte in der EU künftig teurer werden


Es geht um Fisch, Tabak, Koffer, Flugzeuge, Traktoren, Handtaschen, Videospielkonsolen oder Ketchup: Im Subventionsstreit um Boeing hat die EU eine Liste mit weiteren Gegenmaßnahmen veröffentlicht. Mit den Sonderabgaben solle der Schaden durch illegale Subventionen für den US-amerikanischen Flugzeughersteller ausgeglichen werden, teilte die Kommission mit.

Der dieser Reaktion zugrundeliegende Schaden war in Brüssel zuletzt auf etwa zwölf Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt worden. Er sei vor allem durch Wettbewerbsnachteile für den europäischen Flugzeugbauer Airbus begründet worden. Die Pläne für diese Liste waren bereits in der vergangenen Woche bekannt geworden.

Hintergrund ist die Beschwerde der EU bei der Welthandelsorganisation (WTO) über US-Subventionen für Boeing. Und auch die USA werfen Europa illegale Beihilfen für den Boeing-Rivalen Airbus vor.

Am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump mit Zöllen auf EU-Produkte im Volumen von elf Milliarden Dollar gedroht. Darunter sind neben Produkten und Komponenten für die Luftfahrtindustrie auch zahlreiche andere Waren wie etwa etliche Käsesorten, Olivenöl, Orangen oder Meeresfrüchte.

Um zu verhindern, dass die nun angekündigten europäischen Gegenzölle auch europäischen Unternehmen stark schaden, startete die EU-Kommission zu ihrer Liste ein öffentliches Konsultationsverfahren, das bis Ende Mai dauern soll. Da bisher Importe von etwa 20 Milliarden Dollar aufgeführt sind, muss sie ohnehin noch einmal gekürzt werden. Auch ein Schlichter der WTO muss die Sonderzölle noch billigen.

apr/dpa



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