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Rückholaktion

Bundesbank zieht 300 Tonnen Gold aus New York ab

Die Bundesbank will Teile ihrer Goldbestände aus dem Ausland nach Deutschland verlagern - und hat den Plan fast umgesetzt. Aus New York wurden insgesamt 300 Tonnen abgezogen. In diesem Jahr soll der Bestand in Paris aufgelöst werden.

Donnerstag, 09.02.2017   14:49 Uhr

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Die Bundesbank kommt mit ihrem Plan voran, Goldreserven aus dem Ausland nach Deutschland zu holen. Im Jahr 2016 seien mehr als 216 Tonnen Gold nach Frankfurt am Main verlagert worden, teilte die Bundesbank mit. Darunter seien 111 Tonnen aus New York und 105 Tonnen aus Paris gewesen. "Die Goldverlagerungen aus New York wurden im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen", sagte Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Die Bundesbank hatte im Jahr 2013 angekündigt, dass spätestens ab 2020 die Hälfte aller deutschen Goldreserven in Frankfurt lagern soll. Dazu sollten schrittweise insgesamt 300 Tonnen aus New York und 374 Tonnen aus Paris verlagert werden. "Auch die Goldverlagerung aus Paris werden wir noch in diesem Jahr abschließen", sagte Thiele. Dann werden in Paris keine deutschen Goldreserven mehr lagern.

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Bevor die Notenbank 2013 mit der Verlagerung des Edelmetalls aus dem Ausland begann, lagen nur 31 Prozent der deutschen Goldreserven, rund 1036 Tonnen, in Frankfurt. Mittlerweile sind es 1619 Tonnen - oder rund 48 Prozent. Die Tresore der Federal Reserve Bank in New York werden mit 1236 Tonnen auch in Zukunft ein wichtiger Lagerort bleiben. Auch bei der Bank of England in London wird weiter ein guter Teil der Reserven lagern.

Deutschland besitzt mit 3378 Tonnen den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Das entspricht mehr als 270.000 Barren, die insgesamt gut 120 Milliarden Euro wert sind.

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Dass der Großteil des deutschen Goldes bisher im Ausland lagert, hat historische Gründe: Ab Mitte der Fünfzigerjahre begann die Bank deutscher Länder - die Vorgängerin der Bundesbank - Goldreserven aufzubauen. Die Wirtschaftswunderjahre brachten der Bundesrepublik dank des Exports viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht werden konnten.

Während des Kalten Krieges wurde deutsches Gold zudem auch gezielt außerhalb der Landesgrenzen aufbewahrt, weil man hoffte, das Gold im Krisenfall direkt in entsprechende Devisen umtauschen zu können. Seit der Euro-Einführung ist dieses Argument jedoch zumindest für den Standort Paris hinfällig. Für London und New York gilt es immer noch.

stk

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