Tausend Kilometer Stau Traktor-Protest löst Verkehrschaos in den Niederlanden aus

Eine Protestfahrt von zweitausend Bauern hat in den Niederlanden für Staus von Hunderten Kilometer Länge gesorgt. Die Landwirte blockierten mit Traktoren die Zufahrtsstraßen nach Den Haag.

Protest gegen Klimapolitik: Bauern haben nahe Den Haag Traktoren aufgereiht
Mike Corder/AP

Protest gegen Klimapolitik: Bauern haben nahe Den Haag Traktoren aufgereiht


In den Niederlanden sind Tausende Bauern unterwegs nach Den Haag und haben dadurch Hunderte Kilometer lange Staus verursacht. Aus dem ganzen Land seien mehr als zweitausend Bauern auf Treckern seit Dienstag unterwegs nach Den Haag, meldete das Verkehrsministerium. Die großen Zufahrtsstraßen in die Stadt seien verstopft. Insgesamt hätten die Staus eine Länge von mehr als tausend Kilometern.

Die Bauern wollen in Den Haag gegen einschneidende Maßnahmen im Bereich der Landwirtschaft protestieren. Die Organisatoren erwarten mehr als 10.000 Teilnehmer bei der Kundgebung. Die Agrarbranche wird aus Sicht der protestierenden Landwirte einseitig für Umweltprobleme wie den Klimawandel und den zu hohen Stickstoffausstoß verantwortlich gemacht.

mmq/dpa



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anonymerkrankonstrukteur 01.10.2019
1. Landwirtschaft und Brot fur uns alle
Wieso gibt es nur eine Abwasseraufbereitung mit entsprechender Stickstoffbehandlung für Die Verdauungsergebnisse der Konsumenten? Die Gülle, die nicht zum Düngen verwendet wird muss auch verpflichtend analog Siedlungsabwässern verarbeitet werden. Nur so bekommen wir das Nitrat im Trinkwasser in den Griff. Die Stickstoffverbindungen kommen sicher auch sinnvoll verwertet werden, da auch weiterhin Kunstdünger produziert wird - kann die "Sch...e" sicher gewinnbringend verkauft werden und in Nährstoffarmen Böden genutzt werden. Im Garten geht's ja schon mit getrocknetem kuhdung
MatthiasPetersbach 01.10.2019
2. nun ja....
...ich bin jetzt kein überzeugter Anhänger DIESER Art der Landwirtschaft. Aber der Vorwurf der "Einseitigkeit" ist m.E. gerecht - wenn es auch da nicht nur die Landwirtschaft trifft, sondern noch ein paar andere Thematiken. Aber eben nicht alle. Die Frage der CO2-Produktion, der Rohstoffverschwendung, der Umweltverschmutzung usw sollte aber an ALLE Bereiche des Lebens gestellt werden - ob an unsere Lebensmittel im Supermarkt, die aus aller Welt herangekarrt werden, unseren mittlerweile aberwitzigen Aufwand für alles und jedes und auch an unsere Art, zu arbeiten - und zu leben. Und durchaus unter der Berücksichtigung, was da auf der "Habenseite" - also an NÖTIGEM Nutzen - zu verzeichnen ist. Man wird da um ne Bewertung und Gewichtung nicht drumrumkommen. Und da hat Landwirtschaft - so verbesserungswürdig sie daherkommt - doch ein wenig bessere Argumente als z.B. Netflix.
sonnemond 01.10.2019
3. Die industrielle Landwirtschaft ist verantwortlich
. . . für das Vogelsterben in Deutschland. Gegenüber 1980 haben wir achtzig Prozent des Vogelbestandes verloren. So auch bei Insekten. Gewässer und Trinkwasser sind durch Pestizide, Insektizide und Gülle vergiftet. So unsere Nahrungsmittel. Tierquälerei ohne Ende. Industrielle Landwirtschaft - nein danke.
hasselblad 01.10.2019
4.
Würde die Landwirtschaft der nachhaltigen regionalen Versorgung dienen, könnte man die Proteste verstehen, und die Argumentation der Verantwortung wäre in der Tat deutlich zu einseitig. Die Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts ist allerdings eine Industrie und rein dem wirtschaftlichen Diktat unterworfen - es geht längst nicht mehr um regionale Versorgung, sonder nur noch um billiges Futter für die Masse und den Export in alle Herren Länder, ohne Bezug zu den Konsumenten und deren tatsächlichen Bedürfnissen (und nein, möglichst billiges Schweinefleisch und geschmackloses Treibhausgemüse in großen Mengen in sich reinzuschaufeln ist kein Bedürfnis, das jemand, der Landwirtschaft ernst meint, bedienen sollte). Unter den gegebenen Bedingungen ist der Protest der Bauernindustrie null gerechtfertigt, vor allem nicht, wenn sie dazu ihre Dieseltrecker benutzen.
thoms1957 01.10.2019
5. Auch für Landwirte gelten Gesetze
Manchmal habe ich den Eindruck, dass Landwirte Narrenfreiheit genießen. Klar - sie stellen Nahrung für alle her. Aber das rechtfertigt nicht, ständig gegen Regeln und Gesetze zu verstoßen bzw. sie mit Hilfe willfähriger Politiker und Lobbyisten in ihrem Sinne zu schreiben.(Gewässerschutz, Grundwasser, Artenschwund, usw.) Wobei auch noch der viel beschworene bäuerliche Familienbetrieb auf der Strecke bleibt - alles zu Gunsten der Großbetriebe. Und gleich eine ganze Großstadt blockieren? Über Tage? Mit wenigen tausend Teilnehmern? Die Bauern sind wohl die einzige gesellschaftliche Gruppe, denen man das (noch) durchgehen lässt.
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