Euro-Krise Fitch-Vertreter warnt Niederlande vor Verlust des Top-Ratings

Noch gelten die Niederlande als Musterschuldner, doch das könnte sich bald ändern: Nach Standard & Poor's warnt nur auch ein Experte der Rating-Agentur Fitch, das Land könne bald sein Top-Rating verlieren. Die Wirtschaft leidet unter stark fallenden Häuserpreisen.


Hamburg - Die Niederlande geraten unter Druck: Ein Vertreter der Ratingagentur Fitch hat das Land vor dem Verlust seiner Bestnote gewarnt. "Die Niederlande sind an der Schwelle einer negativen Ratingaktion", sagte Chris Pryse, Fitch Direktor für Westeuropa, in einem Interview mit dem britischen "Daily Telegraph".

Im Juni stehe ein Treffen des Ratingausschusses an. Zunächst würde voraussichtlich jedoch der Ausblick für das Rating von "stabil" auf "negativ" gesenkt, falls die Niederlande ihre Schulden weiter wachsen ließen. Die Niederlande sollten hier umsichtig handeln. Derzeit haben die Niederlande bei Fitch noch die Bestnote "AAA" mit einem stabilen Ausblick.

Zuvor hatte schon die Rating-Agentur Standard & Poors' das Land vor dem Verlust seines Top-Ratings gewarnt.

Das Land leidet derzeit unter einer schwachen Wirtschaftsentwicklung und stark fallenden Häuserpreisen. Die Regierung hat keine eigene Mehrheit und muss sich mit der rechtspopulistischen Partei der Freiheit auf Reformen einigen. Diese lehnt jedoch vor allem Kürzungen bei den Sozialausgaben ab.

Der Chef der niederländischen Notenbank Klaas Knot hatte bereits in der vergangenen Woche die niederländische Regierung vor einer möglichen Herabstufung gewarnt.

Die Risikoaufschläge von niederländischen Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen könnte bei einem Verlust der Bestnote ("AAA") bei den Ratingagenturen um 100 Basispunkte steigen. Die Niederlande müssten ihr Defizit senken und Wirtschaftsreformen durchführen.

ssu/dpa-AFX/Reuters



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