Geldpolitik Niedrige Inflation im Euroraum erhöht Druck auf EZB

Die Inflation in der Eurozone stagniert, die Verbraucherpreise stiegen im November gerade mal um 0,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank dürfte das veranlassen, noch mehr Staatsanleihen zu kaufen und die Strafzinsen auf Einlagen anzuheben.
EZB-Chef Draghi: Will offenbar weiter Staatsanleihen kaufen

EZB-Chef Draghi: Will offenbar weiter Staatsanleihen kaufen

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Die Inflation im Euroraum bleibt auf äußerst niedrigem Niveau. Im November verharrte die jährliche Steigerungsrate im Vergleich zum Vormonat bei 0,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung in Luxemburg mitteilte.

Der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte die Nachricht Kopfzerbrechen bereiten. Bereits seit vier Jahren verfolgt EZB-Chef Mario Draghi eine Politik des billigen Geldes. Dafür kauft die EZB jede Menge Staatsanleihen und andere Wertpapiere - und senkte immer wieder die Zinsen. So sollte die Inflation auf knapp zwei Prozent getrieben werden.

Doch einen Tag bevor der EZB-Rat die nächste Phase der monetären Aufrüstung einläuten dürfte, kommt nun die Ernüchterung. Die von den Börsen umjubelte Geldpolitik hat zwar dazu beigetragen, dass der Dax auf weit über 11.000 Punkte angestiegen ist, gesamtwirtschaftlich aber hat sie bislang nicht gegriffen.

Dennoch rechnen Experten damit, dass die EZB nach ihren Zinsberatungen weitere Anleihekäufe und eine Anhebung des Strafzinses auf Einlagen bei der Notenbank bekannt geben wird. Dabei pumpt die Bank bereits monatlich 60 Milliarden Euro in die Märkte. Das Billionenprogramm soll bis mindestens September 2016 laufen. Kurzum: Die Eurokrise schwelt weiter.

Doch an der Ursache für die nur sehr schwach steigenden Verbraucherpreise in der Eurozone kann auch Mario Draghi nichts ändern. Die Energiepreise sind im Keller - im Jahresvergleich wurden sie um 7,3 Prozent günstiger. Experten gehen aber davon aus, dass sich etwa der Ölpreis bald wieder stabilisieren dürfte.

Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak dagegen stiegen bereits um 1,5 Prozent, vor allem wegen Dürren und Überschwemmungen in wichtigen Anbau- und Produktionsländern dieser Waren. Im November kletterte der Wert wegen der Lebensmittel, bezogen auf Deutschland, um 0,4 Prozent - deutlich weniger als die Löhne und Gehälter .

apr/dpa-AFX
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