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10. Januar 2012, 09:44 Uhr

Niedrige Leistungen

Zwei von drei Arbeitslosen droht Armut

Wer in Deutschland arbeitslos wird, droht rasch abzurutschen: Laut einem Zeitungsbericht sind inzwischen 70 Prozent der Erwerbslosen armutsgefährdet - so viele wie in keinem anderen EU-Staat.

Berlin - Das Risiko des sozialen Absturzes wächst: In Deutschland sind arbeitslose Menschen deutlich öfter von Armut bedroht als in anderen Ländern Europas. Das gehe aus Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor, berichtet die "Berliner Zeitung". Zuletzt waren hierzulande demnach 70 Prozent der Erwerbslosen armutsgefährdet. Im EU-Durchschnitt waren es lediglich 45 Prozent.

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren nationalen Einkommens zur Verfügung haben. In Deutschland lag die Schwelle für alleinstehende Personen zuletzt bei 940 Euro im Monat. Die EU-Daten wurden 2010 erhoben, neuere Vergleichszahlen liegen erst Ende dieses Jahres vor.

Auch andere Zahlen belegen, wie sehr sich das deutsche Sozialsystem in den vergangen Jahren verändert hat: Jeder vierte Beschäftigte, der arbeitslos wird, ist inzwischen sofort auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angewiesen. Viele Geringverdiener erreichen zum Beispiel nicht die Schwelle, ab der ihr Anspruch über der Grundsicherung liegt. Ein alleinstehender Hartz-IV-Empfänger bekommt 364 Euro monatlich.

ssu/dapd

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