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22. Mai 2017, 11:14 Uhr

Studie

Deutschen entgehen durch Niedrigzinsen 344 Milliarden Euro

Wer sparen will, bekommt derzeit höchstens Minizinsen. Die deutschen Sparer müssen einer Studie der DZ Bank zufolge deshalb auf Milliardeneinnahmen verzichten.

Den deutschen Privathaushalten sind durch die Niedrigzinsen seit 2010 Einnahmen in Höhe von 344 Milliarden Euro entgangen. Zu diesem Ergebnis kommt die DZ Bank in einer aktuellen Studie.

Grund dafür ist demnach, dass sich die Zentralbanken gegen eine schwächelnde Wirtschaft in Europa stemmen und seit Jahren die Märkte mit viel Geld fluten. Das drückt die Zinsen für sichere Anlagen auf null, teilweise schon ins Minus. Denn Sparer bekommen wegen der ultralockeren Geldpolitik der EZB auf ihre Einlagen derzeit aber höchstens Minizinsen. Im Vergleich zu einem normalen Zinsniveau summieren sich die Zinseinbußen der Bürger auf 344 Milliarden Euro. Im Jahr 2017 dürften noch einmal 92 Milliarden Euro hinzukommen.

Die langsam anziehende Inflation verschlimmert die Lage noch: Ein Realzins von voraussichtlich minus 0,8 Prozent werde 2017 zu einem Wertverlust des privaten Geldvermögens von mehr als 37 Milliarden Euro führen, erwarten die Volkswirte des DZ Bank.

Laut den Bankern macht sich die Niedrigzinsphase auch im Sparverhalten der Bürger bemerkbar. Zwar sei ein Rückgang der Sparquote nicht festzustellen. Allerdings führe die Kombination aus der traditionellen Risikoscheu der Anleger und niedrigen Zinsen zu einem Geldanlagestau.

hej

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