Studie Deutschen entgehen durch Niedrigzinsen 344 Milliarden Euro

Wer sparen will, bekommt derzeit höchstens Minizinsen. Die deutschen Sparer müssen einer Studie der DZ Bank zufolge deshalb auf Milliardeneinnahmen verzichten.

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Den deutschen Privathaushalten sind durch die Niedrigzinsen seit 2010 Einnahmen in Höhe von 344 Milliarden Euro entgangen. Zu diesem Ergebnis kommt die DZ Bank in einer aktuellen Studie.

Grund dafür ist demnach, dass sich die Zentralbanken gegen eine schwächelnde Wirtschaft in Europa stemmen und seit Jahren die Märkte mit viel Geld fluten. Das drückt die Zinsen für sichere Anlagen auf null, teilweise schon ins Minus. Denn Sparer bekommen wegen der ultralockeren Geldpolitik der EZB auf ihre Einlagen derzeit aber höchstens Minizinsen. Im Vergleich zu einem normalen Zinsniveau summieren sich die Zinseinbußen der Bürger auf 344 Milliarden Euro. Im Jahr 2017 dürften noch einmal 92 Milliarden Euro hinzukommen.

Die langsam anziehende Inflation verschlimmert die Lage noch: Ein Realzins von voraussichtlich minus 0,8 Prozent werde 2017 zu einem Wertverlust des privaten Geldvermögens von mehr als 37 Milliarden Euro führen, erwarten die Volkswirte des DZ Bank.

Laut den Bankern macht sich die Niedrigzinsphase auch im Sparverhalten der Bürger bemerkbar. Zwar sei ein Rückgang der Sparquote nicht festzustellen. Allerdings führe die Kombination aus der traditionellen Risikoscheu der Anleger und niedrigen Zinsen zu einem Geldanlagestau.

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insgesamt 126 Beiträge
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Ein_denkender_Querulant 22.05.2017
1. Die Medaille hat zwei Seiten
Laut einer Studie der deutschen Bank sparen deutsche Kreditnehmer im Gegensatz zur letzten Hochzinsphase annahernd 875 Milliarden Euro im Jahr. Belohnt wird, wer investiert, bestraft wird, wer anderen nur Geld leiht. Eine faire Sache.
joke61 22.05.2017
2. dem Staat gefällt es!
Schäuble lacht sich in den Schlaf und macht Milliarden Überschüsse im Haushalt durch die Niedrigzinsen, die er aber, Wahlkampf technisch mit unserer guten Konjunktur begründet! Die Sparer, die was für das Alter erwirtschaften wollten (z. B. Riester) sind in den Ar..... gekniffen!
loxley 22.05.2017
3. Immer dieses Anspruchsdenken
So ein Unsinn. Warum sollte man denn bitteschön für Sparguthaben Zinsen bekommen? Dass das Geld bei den sichereren Anlagen nicht wirklich mehr wird, ist schon seit Jahrzehnten so. Werte sicher aufzubewahren kostet eben. Kommt mal wieder auf den Boden.
schnurre64 22.05.2017
4. Der Verzicht erfolgt doch freiwillig
Wieso "müssen" die Sparer verzichten? In einer Marktwirtschaft sind - mit Ausnahme der Kündigungsfristen - die Sparer doch nicht juristisch (gesetzlich / vertraglich) gebunden, ihre Guthaben weiterhin in dieser Form anzulegen.
micromiller 22.05.2017
5. Leider ist das die von Frau Merkel
und ihrem Finanzminister verfolgte Politik. Die Absicht ist durch Inflation die Staatsschulden zu entwerten und diese mehr oder weniger zinsfrei zu auflegen zu können. Der Normalbuerger ohne Aktiendepot, der lediglich fuer sein Alter spart gehoert zu den Leidtragenden, die Lebensversicherungen und die Altersversicherungen bilden den traurigen Rest. Frau Merkel weiss was sie tut und ihr Minister auch, hoffentlich werden die Beiden einmal zur Verantwortung gezogen.
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